Das geheime Fenster


Originaltitel:
Secret Window
Jahr:
2004
Eingetragen:
28.07.2020
IMDB-Wertung:
6,6/10

Man sagt ja, Autoren würden immer nur über sich selbst schreiben und ohnehin die gleichen zwei Geschichten immer wieder wiederholen. Nun habe ich ehrlich gesagt nicht genug von Stephen King gelesen, um das bei ihm beurteilen zu können. Rein auf Basis dieser Verfilmung kann man eklatante Parallelen zum ebenfalls zum Film gewordenen Stark jedoch immerhin nicht verleugnen. Die Besetzung Timothy Huttons in einer größeren Nebenrolle ist dabei wohl ebenfalls kein Zufall. Die Hauptrolle geht jedoch diesmal an Johnny Depp, zwecks „Charakterisierung“ permanent unrasiert und schlecht gekleidet, aber trotzdem total cool durchgestylte Haare. Tja, das sind die oberflächlichen 2000er Jahre…

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Depp gibt Rainey, den ausgebrannten Autoren von Schundromanen, der sich in seinem Landhaus selbst bemitleidet. Die Frau (Maria Bello) ist weg, das Haus in der Stadt hat sie mitgenommen, einen neuen Partner hat sie sich auch schon angelacht (Hutton), und die Schreibblockade hält schon länger an. Finanziell reicht es anscheinend trotzdem noch zum lockeren Überleben inklusive Haushälterin.

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Unvermittelt steht ein Provinzler namens Shooter (John Turturro) vor der Tür. Er behauptet, Rainey habe ihm seine Geschichte gestohlen. Rainey jedoch insistiert, seine Version sei bereits vor zehn Jahren in einer Zeitschrift erschienen. Ein Belegexemplar aufzutreiben, gestaltet sich jedoch als schwierig. Überhaupt wird Shooters Zielsetzung mit der Zeit immer unklarer. Sicher ist jedoch, dass er immer offener droht. Der ältliche Dorfpolizist (Len Cariou) ist nicht sonderlich hilfreich, Shooter von Rainey fernzuhalten.

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2004 mussten Zuschauer den „großen Twist“ natürlich bereits meilenweit kommen sehen. Was die Thematik jedoch nicht weniger wuchtig und somit wirkungsvoll macht. Die personalisierte Externalisierung innerer Konflikte ist nun mal zu Recht ein Klassiker. Insbesondere macht Turturro eine wirklich gute Figur und kleine Details, beinahe beiläufig erwähnt, geben ein differenzierteres Gesamtbild ab, als ursprünglich erwartet – beispielsweise, wenn man erfährt, dass Rainey in der Vergangenheit sehr wohl bereits einmal einem anderen Autoren die Idee geklaut und diesen dann „ausbezahlt“ hat.

Insofern ein Film, der eine Überraschung überhaupt nicht nötig hat, sondern auch so spannend genug inszeniert ist, ihn so wegzugucken. Eine wirklich tiefschürfende Psychostudie darf man natürlich nicht erwarten. Es ist schließlich immer noch Stephen King. Aber gute Unterhaltung, die niemals langweilt.

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