Frankensteins Ungeheuer


Originaltitel:
The Evil of Frankenstein
Jahr:
1964
Eingetragen:
05.06.2010
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
6/10

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Reanimation
Nach einer weiteren überhasteten Flucht vor dem wütenden Mob kehren Baron Frankenstein (Peter Cushing) und sein Assistent Karl (Sandor Elès) zurück nach Karlstaad, der Heimatstadt des Barons. Nach einigen unerfreulichen Zusammenstößen mit der Polizei entdecken sie in einer Höhle die in einem Eisblock gefangene originale Kreatur (Kiwi Kingston) des Barons.

Sie beleben sie wieder. Zwecks "Zündung" der Gehirnaktivität benötigen sie allerdings einen "mentalen Schock". Diesen kann der Hypnotiseur Zoltan (Peter Woodthorpe) liefern. Allerdings mit einem Nebeneffekt: Das Monster gehorcht nur den Befehlen Zoltans. Dieser missbraucht diese Macht, indem der die Kreatur auf nächtliche Raubzüge in die Stadt schickt. Doch er geht zu weit, und es gibt Tote...

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Kreatur und Zoltan
Frankensteins Ungeheuer fällt in vielerlei Hinsicht aus der Reihe heraus. So ist es beispielsweise der einzige Film, der nicht unter der Regie von Terence Fisher gedreht wurde, sondern für den Freddie Francis verantwortlich ist. Dies wirkt sich jedoch nicht negativ aus, der Film ist technisch hervorragend gemacht. Die Ausstattung und insbesondere das verfallene Labor übertreffen die Vorgängerfilme sogar noch auf eindrucksvolle Weise.

Inhaltlich ist dagegen einiges weniger gelungen. So muss man am Anfang erstmal eine seltsame Rückblende über sich ergehen lassen, die mehr schlecht als recht mit den Geschehnissen der anderen Filme übereinstimmt. Nicht nur, dass das Monster völlig anders aussieht, als im ersten Teil, auch Aussagen wie "...und ich wurde aus dem Dorf vertrieben" (Frankensteins Fluch endete mit der Hinrichtung des Barons) stoßen einem sauer auf.

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Wütender Mob
Der Charakter Frankensteins bleibt dafür eher blass. In der ersten Hälfte sieht man ihn hauptsächlich als impulsiven Hitzkopf, dem in seinem Umgang mit alten Bekannten wie dem Bürgermeister (David Hutcheson) und dem Polizeichef (Duncan Lamont) extreme Dummheiten unterlaufen. Man sollte meinen, dass man das selbst erklärte Ziel, nicht erkannt zu werden, durch bessere Methoden erreichen könnte, als in aller Öffentlichkeit den Bürgermeister des Diebstahls zu beschuldigen. Frankenstein scheint es völlig an der sonst dargestellten wissenschaftlich-zielorientierten Rationalität zu fehlen.

Insgesamt macht Frankensteins Ungeheuer tendenziell den Eindruck, eher für die US-amerikanische Zielgruppe produziert worden zu sein. Dafür spricht z.B. das Monster. Optisch ähnelt es eher Boris Karloffs Makeup, und es wird viel Wert auf die tragische, mitleidserregende Hilfslosigkeit gelegt (das besoffene Monster gegen Ende des Films wirkt dagegen eher lächerlich). Von Universal bekannte Standardelemente wie der mit Mistgabeln bewaffnete Mob und das Finale im brennenden Labor wurden ebenfalls übernommen.

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Finale
So gesehen fehlt dem Film die ansonsten weitgehend vorhandene Originalität der Reihe. Akzeptiert man das, sieht über ein paar immanente Logiklöcher hinweg, und sieht man ihn als eigenständiges Werk ohne großen Bezug zu den sonstigen Teilen, funktioniert er durchaus gut. Zwar tritt Frankenstein selbst in der zweiten Filmhälfte etwas sehr stark in den Hintergrund, aber die Variation des alten Motivs aus Das Kabinett des Dr. Caligari ist für sich auch nicht schlecht. Nicht eindrucksvoll, aber nicht schlecht.

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