Dr. Jekyll und Mr. Hyde


Originaltitel:
Dr. Jekyll and Mr. Hyde
Jahr:
1920
Eingetragen:
09.09.2010
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
7,1/10


Henry Jekyll (John Barrymore) ist ein Engel in Menschengestalt: Neben seiner unermüdlichen Forschungstätigkeit versorgt er nach Feierabend die Armen medizinisch. So bleibt kaum Zeit für seine Verlobte Millicent (Martha Mansfield), die Tochter von Jekylls väterlichem Kollegen (Brandon Hurst).

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Jekyll
Jener ist der Meinung, in jedem Menschen gebe es zwei Persönlichkeiten. Man dürfe seine „dunkle“ Seite nicht unterdrücken, sondern müsse sie ausleben. Er nimmt Jekyll zwecks wissenschaftlicher Demonstration in einen Nachtclub mit. Nun ist auch Jekyll fasziniert von diesem Dualismus. Er ist der Ansicht, dass man mit Hilfe der Wissenschaft diese beiden Seiten trennen können müsste. Den schon bald entwickelten Trank probiert er im Selbstversuch... und wird zum wilden, düsteren Mr. Hyde. Als dieser beginnt er ein Doppelleben, in dem er all das auslebt, was er als Jekyll nicht tun kann, doch langsam beginnt diese „dunkle“ Seite die Kontrolle zu übernehmen.

Dies war nicht die erste Verfilmung des Stoffes, aber zu seiner Zeit sicher eine der Aufwändigsten. Sehr ungewöhnlich beispielsweise, wie lange der Film braucht, bis es überhaupt zur ersten „Verwandlung“ kommt: Da ist die Hälfte der Laufzeit bereits verstrichen. Auch diente sie bestimmt als Vorbild für viele Versionen, die noch folgten; viele üblicherweise Stephensons Erzählung hinzugefügten Handlungselemente findet man hier zuerst.

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Hyde
Vieles ist dabei gelungen: Die Erzählung ist klar und folgt einem dramaturgisch einwandfreien Spannungsbogen. Die Charaktere sind einfach, aber zugespitzt. Und immerhin zwei Szenen können auch heute noch durchaus als tricktechnisch gelungen durchgehen: Die Verwandlung Dr. Jekylls in Mr. Hyde vor den Augen seiner Mentors und die (symbolische) halbtransparente Riesenspinne, die Jekyll während des Schlafs „überkommt“.

Andererseits schlägt immerhin ein typischer Fluch der Stummfilmzeit zu: Barrymores Darstellung des Mr. Hyde ist sehr übertrieben theatralisch. Bis zu einem gewissen Maße ist das natürlich in seiner Entstehungszeit erklärbar (erstens ist das natürlich eine Theatertradition, zweitens ließ die schlechtere Filmtechnik subtile Gefühlsregungen kaum erkennen) und ist insofern auch bei den anderen Rollen in Ordnung. Hydes Grimassen wirken jedoch stellenweise wirklich albern melodramatisch. Aber das musste man als „Meisterschauspieler“ damals wohl so machen...

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