Das Bildnis des Dorian Gray


Originaltitel:
The Picture of Dorian Gray
Jahr:
1945
Eingetragen:
10.09.2010
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
7,5/10


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Der Maler Basil Hallward (Lowell Gilmore) hat ein geradezu lebensechtes Portrait des ungewöhnlich gutaussehenden Jünglings Dorian Gray (Hurd Hatfield) fertiggestellt. Dieser ist begeistert, doch es macht ihm klar, wie vergänglich seine Jugend und Schönheit ist. Er wünscht sich, dass statt seiner das Bild altern solle.

In einem Varietétheater lernt Gray die Sängerin Sybil (Angela Lansbury) kennen. Zuerst hat er durchaus ernste Absichten und scheint verliebt, doch sein guter Freund Lord Henry Wotton (George Sanders) empfielt ihm stattdessen, ohne Heirat mit ihr seinen Spaß zu haben. Dies gelingt und Gray serviert Sybil wieder ab.

Nun ist er entschlossen, ein Leben in absolutem Vergnügen zu führen. Jedoch stellt er bald eine kleine Veränderung auf seinem Portrait fest: Es zeigt ein zynisches Grinsen. Dies sieht er als Warnung und er möchte seine Fehler wieder gutmachen und Sybil heiraten – doch es ist bereits zu spät...

Oscarprämiert, heute als Klassiker anerkannt, gute Darsteller (wobei man beim Hauptdarsteller nicht so sicher sein kann, ob sein apathisches Spiel Absicht oder Unvermögen ist), ein interessanter cineastischer Trick (der Film ist in schwarz/weiß, aber das Portrait wird ein paar Mal in Farbe gezeigt, was diese Momente besonders eindrucksvoll macht) – und trotzdem will der Funke nicht so recht überspringen.

Der Grund: Das Bildnis des Dorian Gray verletzt eine Grundregel des Filmemachens. Nämlich „don't tell, show“. Hier gibt es einen Erzähler, der penetrant nervt (obwohl es wohl zumindest teilweise Originalzitate sind), da die einzelnen Szenen nicht auf filmisch-visuelle Weise erzählerisch verbunden sind. Ebenso seltsam muten einige sehr pathetische Monologe „in die Kamera“ an: „Ach, könnte ich doch ewig jung bleiben, ich würde meine Seele verkaufen!“ Sowas muss wirklich nicht sein.

Kommentare

Sepp (08.11.2019 18:30)

Dieser Besprechung fehlt jegliche Sachkenntnis der Entstehungszeit des Films. Erzähler waren damals sehr gebräuchlich, auch in Romanen gab es noch starke Erzähler, die aus einer "übergeordneten", oft allwissenden Perspektive aus das Geschehen und die Figuren kommentierten. Ebenso ist ein gewisses Pathos in den 40er und 50er Jahren in vielen Filmen zu finden. Es war die Zeit des Krieges und danach. Man sehnte sich nach dem Guten und nach Erlösung, die man damals noch in allererster Linie bei Gott suchte.


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