Whiteout


Originaltitel:
Whiteout
Jahr:
2009
Eingetragen:
05.06.2010
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
5,5/10

Es stimmt schon... ein Meisterwerk ist Whiteout nicht. Bei uns in Deutschland wurde er (wohl aufgrund von Erfolglosigkeit anderswo) direkt auf DVD veröffentlicht. Aber das allein heißt ja eigentlich nichts – weder im Negativen, noch (leider) im Positiven.

Whiteout gab es zuerst vor gut zehn Jahren als Comic. Ja, Comic, auch wenn weniger selbstsichere Menschen lieber von „Graphic Novel“ sprechen. Soll das irgendwie anspruchsvoller klingen? Ich für meinen Teil habe jedenfalls keine Bedenken einzugestehen, dass ich die Whiteout-Comics im Regal stehen habe. Natürlich habe ich sie auch zwecks Vergleich mit dem Film nochmal wieder gelesen, doch keine Angst – es folgt kein minutiöser, kleinlicher Vergleich der beiden (zumindest versuche ich das zu vermeiden).

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Leiche im Niemandsland
Es geht um einen Mordfall in der Antarktis. US-Marshall Carrie Stetko (Kate Beckinsale, deren Duschszene am Anfang mehr diskutiert wird, als der gesamte Rest des Films – völlig unnötigerweise, denn das hat man doch alles schon vor Jahren deutlich expliziter in Haunted gesehen) ermittelt und bekommt dabei unerwartete Unterstützung vom UN-„Agenten“ Robert Pryce (Gabriel Macht). Ansonsten läuft an bekannten Gesichtern nur noch Tom Skerritt im Film herum (wobei man ihn in der Rolle des Stationsarztes leicht für Kris Kristofferson halten könnte).

Dass die eingeschneiten Forschungsstationen der Antarktis natürlich bestens geeignet sind für einen klaustrophobischen Krimi, ist soweit klar. Dies kann der Film auch ganz adäquat umsetzen: Die verlorenen Hütten im unendlichen Schnee und Eis und dagegen das gedrängte Aufeinanderhocken in den Gebäuden. Auch gibt es ein paar spannende Szenen, die die Szenerie gut nutzen, wie beispielsweise die Flucht vor dem Killer mitten im Schneesturm – während Verfolger und Verfolgte eigentlich festgeleint sind.

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Der Killer naht...
Durchwachsen dagegen die Besetzung: Macht beherrscht nur exakt einen einzigen Gesichtsausdruck. Beckinsales Besetzung mutet sogar geradezu bizarr an: Von den beiden Hauptpersonen der Vorlage spielt sie nicht etwa die große, schlanke britische Agentin, sondern die kleine, dickliche US-Amerikanerin (erstere Rolle kommt im Film gar nicht vor). Auch gibt es einige eher wenig sinnhaft wirkende Szenen, deren Logik man besser nicht hinterfragen sollte (hier sei die Erkundung des abgestürtzten Flugzeugs inklusive An- und Abreise dorthin genannt). Sogar regelrecht peinlich in seiner Pathetik ist das Ende des Films.

Trotzdem ist Whiteout eben auch nicht völlig schlecht. Die gut 90 Minuten sind Alles in Allem recht unterhaltsam (sehr gute Entscheidung, sich nicht dem Überlängenzeitgeist anzuschließen). Sonderlich überraschend ist die Auflösung des Kriminalfalls natürlich letztlich nicht – doch das gleiche gilt ja auch für die Vorlage (und das wird von den Extremfans, die über diesen Film herziehen, komischerweise nie erwähnt).

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