Not the Messiah (He's a Very Naughty Boy)


Originaltitel:
Not the Messiah (He's a Very Naughty Boy)
Jahr:
2010
Eingetragen:
18.09.2010
IMDB-Wertung:
7,2/10

Eric Idle lebt ja schon seit einiger Zeit ausschließlich davon, seine früheren Erfolge aufzukochen. Nach dem desaströs-peinlichen The Rutles 2: Can't Buy Me Lunch und dem zurecht umstrittenen Musical Spamalot war nun Das Leben des Brian dran: gnadenlose Selbstzitate eines mehr als dreißig Jahre alten Films in Opernform.

Die Geschichte nachzuerzählen, wäre an dieser Stelle wohl fehl am Platze. Diese kann man ohnehin nicht nachvollziehen in dieser Aufführung, wenn man nicht schon vorher jede Szene auswendig kennt. Für sich selbst steht hier rein gar nichts.

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Das eigentlich Traurige ist allerdings etwas anderes: Monty Python war immer anarchisch; die Gruppe verkörperte Revolte gegen das Konventionelle und das Establishment. Was man bei der abgefilmten Aufführung von Not the Messiah sieht, sind „gesetzte“ Damen und Herren in schwarzen Anzügen und langen Kleidern, die gesittet und still sind während der Aufführung und an den vorgesehenen Stellen brav in gepflegtes, kontrolliertes Gelächter ausbrechen und applaudieren, während sie bräsig in den gut gepolsterten Reihen der Royal Albert Hall sitzen.

Diese Beobachtung kann man nun auf zwei Arten interpretieren: Positiv könnte es bedeuten, dass die „Revolte“ erfolgreich war, der „Mainstream“ sich so weit „gelockert“ hat, dass kein weiteres „Aufbegehren“ mehr notwendig ist, da selbst diese spießigste aller Kulturformen nun auch diese Kunstrichtung anerkannt hat. Die negative Interpretation wäre dagegen, dass hiermit Monty Python endgültig der letzte Zahn gezogen, ihr Werk auf „genehme“, rein symbolische Rezitation einzelner aus dem Zusammenhang gerissener Zeilen reduziert wurde. Leider überwiegt letzterer Eindruck. Michael Palins Reisedokumentationen sind da deutlich sympathischer.

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