Das Geheimnis der Monsterinsel


Originaltitel:
Misterio en la isla de los monstruos
Alternativtitel:
Reise zur Insel des Grauens
Jahr:
1981
Eingetragen:
22.09.2010
IMDB-Wertung:
3,8/10

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Tatsächlich hat er keine große Rolle
Peter Cushing und Terence Stamp führen die Besetzungsliste an – und sie sind auch die Hauptpersonen, allerdings nur in den ersten zehn Minuten. Hier konkurrieren die beiden bei der Versteigerung einer einsamen Insel. Stamps Charakter weiß, dass dort Gold zu finden ist. Cushing spielt dagegen den reichsten Mann Amerikas und gewinnt so die Versteigerung.

Dann verschwinden die beiden allerdings erstmal von der Bildfläche (bis zu den Schlussszenen). Stattdessen geht es um Cushings Neffen Jeff (Ian Sera), der vor seiner Hochzeit mit Meg (Ana Obregón) noch mal ein richtiges Abenteuer erleben möchte (Meg nennt Cushing ebenfalls „Onkel“ – sind das Geschwister, Cousins, oder was?). Zusammen mit dem Hauslehrer Tartelette (David Hatton; im Original: Artelect) verfrachtet ihn sein Onkel deshalb auf eines seiner Schiffe zu einer großen Weltreise.

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Abschied bis zum Filmende
Doch das Schiff wird von Monstern angegriffen. Die Crew wird abgeschlachtet, Jeff und Tartelette können sich auf eine naheliegende Insel retten. Dort ist die Gefahr jedoch alles andere als überstanden: Auch hier lauern unterschiedliche Monster, ein Stamm Kannibalen und eine Piratenbande auf der Suche nach dem Gold.

Jules Vernes Name musste hier herhalten für ein schwaches Monsterfilmchen, das weder spannend, noch lustig ist. Eingestehen muss man wohl, dass Monsieur Verne verantwortlich ist für das absolut lachhafte Ende, das einer Verarschung der Zuschauer gleichkommt (Marke „es war alles nur ein Traum“). Das Geschehen dazwischen muss dagegen den spanischen Drehbuchautoren angelastet werden.

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Hier wäre dann der Punkt zum Abschalten erreicht
Hier wird so ziemlich jedes abgenudelte Cliché durchgekaut: den Schiffbrüchigen läuft ein Affe zu (Pflichtbestandteil des Genres), sie retten einen „schwarzen Wilden“ (Gasphar Ipua) vor Kannibalen, der ihnen danach ebenfalls folgt und hilft, und nachher kommt dann auch noch eine andere Schiffbrüchige ins Spiel: Französin Dominiques (Blanca Estrada) erste Handlung im Film ist es, den Männern essen zu kochen.

Die Monster könnten dabei nicht billiger sein. Einfachste Gummianzüge, wie man sie in Amateurproduktionen erwarten würde. Das ärgerlichste daran: Das Ende gibt dem Film mehr oder weniger einen Freibrief dafür, dass das ins Konzept passt. Nicht, dass die Kostüme, wäre es „ernst“ gewesen, auch nur einen Deut besser ausgesehen hätten, aber das kann man ja leider nicht beweisen.

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Hier die wahren Protagonisten
Und dann ist da Tartelette. Selten hat man einen dermaßen nervigen Charakter auf dem Bildschirm gesehen! Nicht eine Minute lang kann er mal den Mund halten, sondern muss permanent „lustige“ Sprüche ablassen. In der DDR-Synchronisation hat er dann auch noch eine Stimme bekommen, die das noch schlimmer macht!

Tatsächlich geeignet ist die Monsterinsel vielleicht als Abenteuerfilm für 10-12-jährige. Für diese Zielgruppe könnte man vielleicht sagen: spannend, aber nicht zu spannend, da Gefahren immer wieder schnell aufgelöst werden und die humorvolle Grundstimmung niemals echte Bedrohlichkeit aufkommen lässt. Gewalt gibt es praktisch keine, der „Sex“ beschränkt sich darauf, dass Dominique einmal mehrdeutig hauchen darf, Jeff dürfe „alles“ mit ihr machen, er brauche nur zu fragen. So gesehen also vielleicht eingeschränkt brauchbar – gemessen einzig und allein an den genannten Ansprüchen. Ansonsten muss man sehr extremer Trashfanatiker sein.

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