Die verlorene Welt


Originaltitel:
The Lost World
Jahr:
1925
Eingetragen:
23.09.2010
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
7,1/10


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Eine Triceratops-Familie
Der aufbrausende Professor Challenger (Wallace Beery) ist von der Existenz von Dinosauriern auf einer Hochebene in Südamerika überzeugt, seit er die Aufzeichnungen seines dort verschollenen Kollegen in die Hände bekommen hat. Er erntet jedoch von der Fachwelt nur Spott. Eine Zeitung finanziert ihm jedoch eine Expedition, um Malone zu retten, unter der Voraussetzung, dass ihr Reporter Edward Malone (Lloyd Hughes) mitreisen darf. Darüber hinaus bekommt Challenger Unterstützung vom bekannten Großwildjäger John Roxton (Lewis Stone), dem Zweifler Professor Summerlee (Arthur Hoyt) und Paula, der Tochter (Bessie Love) des Verschollenen.

Nach einer langen Fahrt entlang dem Amazonas erwartet die Expedition tatsächlich Unglaubliches auf der Hochebene: Sie ist von urzeitlichen Wesen bevölkert, hauptsächlich Dinosauriern! Nachdem sie viele Gefahren überstanden haben und es erst so aussah, als müssten sie den Rest ihres Lebens hier verbringen (da ein Brontosaurus ihre Brücke zerstört hat), gelingt den Forschern dann doch noch die Flucht – gerade noch rechtzeitig vor einem Vulkanausbruch. Sie bringen einen Brontosaurus mit nach London, wo dieser sich jedoch befreien kann und Chaos in der Stadt anrichtet, bevor er sich in die Themse begibt und davonschwimmt.

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Eine dünne Liebesgeschichte
Wie von vielen Filme dieser Zeit ist auch von The Lost World mit der Zeit immer mehr Material verloren gegangen, bevor systematische Archivierung üblich wurde. Mittlerweile sind wohl noch ca. dreißig Minuten wiederentdeckt und restauriert worden, lange Zeit gab es jedoch nur die gut 60 Minuten umfassende Version, die dieser Rezension zu Grunde liegt. Was das zusätzliche Material ist, mag ich nicht zu sagen; Vermutung per Extrapolation des Vorhandenen: noch mehr Dinosaurier-Action.

In Arthur Conan Doyles Originalgeschichte kommen Dinosaurier zwar auch vor, sind aber nur Nebensache. Im Hauptplot dreht es sich um einen Krieg zwischen Affenmenschen und Indianern. Der Film verlässt sich stattdessen auf die spektakuläreren Riesenechsen. Es taucht nur ein einziger Affenmensch auf.

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Ein Dinosaurier in London
Die Stop-Motion-Technik der Dinosaurier ist dabei (für die damalige Zeit) spektakulär. Wobei man natürlich eingestehen muss: „Effektfilme“ wie dieser altern nicht vorteilhaft. Was damals eine Sensation war, ist 90 Jahre später zwar vielleicht immer noch recht sehenswert, aber primär von historischem Interesse. Apropos historisch: Die Trickeffektkünstler waren die gleichen, die auch King Kong auf die Leinwand zauberten. Und apropos King King: The Lost World nimmt den letzten Handlungsteil („Monster wird mitgenommen in die zivilisierte Welt und zerstört dort beinahe eine ganze Stadt“) vorweg.

Doyle hat es immerhin wohl gefallen. Dieser zeigte Ausschnitte des Films bei Vorträgen und gab sie dort als echte aus (oder lies die Echtheit zumindest offen, was ja aufs selbe hinausläuft).

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