Gilda


Originaltitel:
Gilda
Jahr:
1946
Eingetragen:
28.09.2010
Bearbeitet:
02.06.2012
IMDB-Wertung:
7,8/10

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Streng genommen gibt es eine Art Geschichte... irgendwas zwischen Thriller und Krimi rund um Nazis und ein Wolfram-Kartell, das aus einem argentinischen Spielkasino aus gesteuert wird. Irgendwann erledigt sich das dann von selbst, in einem Nebensatz außerhalb des Geschehens auf dem Bildschirm. Worum es eigentlich geht, sind die drei zentralen Charaktere.

Das Kasino gehört Ballin Mundson (George Macready), der den Kleinbetrüger Johnny Farrell (Glenn Ford) unter seine Fittiche nimmt. Doch eines Tages schleppt Ballin Gilda (Rita Hayworth) an – seine neue Frau. Von ihrem ersten Treffen an ist klar, dass Gilda und Johnny sich bereits von früher kennen. Und hassen.

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Auch wenn sie es niemals aussprechen, können sie das vor Ballin natürlich nicht lange geheim halten. Schlimmer jedoch: Gilda reicht das betuhliche Leben mit Ballin nicht, immer wieder macht sie neue Männerbekanntschaften. Johnny versucht seinen Freund zu schützen und vertuscht deshalb alles. Wobei immer klarer wird, warum Gilda das eigentlich macht: Sie will Johnny „bestrafen“.

Doch der rächt sich... Ballin werden seine dunklen Geschäfte zum Verhängnis und Johnny heiratet Gilda. Mit nur einem Hintergedanken: Von nun an erzwingt er ihre Treue... zu ihrem toten ersten Ehemann!

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Das ist wohl die extremste Hassliebe, die jemals auf dem Bildschirm zu sehen war. So ganz klar ist es niemals, was zwischen Gilda und Johnny vorgefallen ist, dass sie sich so gegenseitig quälen. Doch es hat offensichtlich beide sehr, sehr verletzt, so dass diese Wunde ihr ganzes Leben beherrscht.

Dies ist es auch, was den gesamten Film trägt. Die Szenen sind durchzogen von kühlen, vielsagenden Blicken und Dialogen, wie sie doppeldeutiger nicht sein könnten. Die schönen Bildern im luxuriösen Ambiente des hochklassigen Kasinos stehen dadurch in einem Spannungsverhältnis dazu, was mit den Menschen passiert. Wenn Gilda mal wieder eine ihrer Shows abzieht – ob nun im expliziten, d.h. singend oder tanzend, oder übertragenen Sinne – dann ist das nicht nur hervorragend choreographiert, aufgeführt und gespielt, sondern es hat eine Bedeutung für die Menschen um sie herum und die Gesamthandlung. Meist nichts Gutes. Legendär, auch wenn es schwierig verbal zu begründen ist.

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