Die Spur des Fremden


Originaltitel:
The Stranger
Jahr:
1946
Eingetragen:
03.10.2010
IMDB-Wertung:
7,5/10


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Franz Kindler (Orson Welles), führender Nazi-Kriegsverbrecher, lebt nach dem Krieg als Lehrer in einer US-Amerikanischen Kleinstadt unter dem Namen Rankin. Hier spührt ihn der „Nazijäger“ Wilson (Edward G. Robinson) auf, indem er einen „kleinen Fisch“, einen von Kindlers ehemaligen Assistenten laufen lässt, der ihn natürlich direkt zu diesem führt. Was allerdings noch fehlt, ist ein Beweis: Von Kindler existieren keine Fotographien und so ist es Wilsons einzige Chance, über „Rankins“ Ehefrau (Loretta Young) an ihn heranzukommen.

Einigermaßen spannend, aber deutlich schlechter als erwartet. Eine zentrale Szene ist beispielsweise ein Abendessen, zu dem Wilson bei Rankin eingeladen ist. Hier kommt das Thema auf „die Deutschen“ und Rankin/Kindler „hält eine Rede“, die Wilson erst davon überzeugt, dass dies nicht Kindler sein könne. Nachher ändert er seine Meinung, da Kindler sich „verplappert“ habe, als er sagte, Karl Marx sei kein Deutscher, sondern Jude gewesen.

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Allerdings ist der Rest davon, was Kindler da sagt, ebenfalls absolute Nazi-Ideologie! Er spricht positiv von der „Ausrottung“ einer Volkes zum Wohle der Welt – nur eben in dem speziellen Fall eben der der Deutschen. Nur dadurch, dass der Name ausgetauscht ist, sieht man also, dass jemand „kein Nazi“ ist?

Darüber hinaus ist die ganze Geschichte überhaupt darauf aufgebaut, dass Kindler anscheinend akzentfreies English spricht. Was theoretisch sein könnte (immerhin, dass er die Sprache „gut genug“ beherrscht), aber darauf, wie das kommt, wird niemals eingegangen. Nicht zu vergessen hat der angeblich so hochintelligente Kindler im gesamten Handlungsverlauf keinen erkennbaren Plan, der über die Beseitigung einzelner Personen, die ihm akut gefährlich werden können, hinaus geht.

Interessant ist einzig die schwierige Beziehung Kindlers zu seiner amerikanischen Frau. Diese weiß eigentlich nichts von seiner Vergangenheit und als sich immer mehr Verdachtsmomente gegen ihn erhärten, erzählt er ihr immer wieder neue Lügengeschichten, die sie für den längsten Teil des Films dazu bringen, ihm gegenüber loyal zu bleiben und ihn zu decken. Davon abgesehen sind die Charaktere völlig eindimensional.

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