Blade Runner


Originaltitel:
Blade Runner
Jahr:
1982
Eingetragen:
01.01.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
8,3/10

Die Geschichte von Polizist Rick Deckard, der im Marlowe'schen Stil, aber in naher Zukunft auf der Suche nach entflohenen „Replikanten“ (Androiden) ist, kennt eigentlich jeder. Blade Runner beeindruckt gleich auf mehreren Ebenen: optisch, darstellerisch und inhaltlich. Was zumindest bezüglich der letzteren beiden Aspekte sehr überrascht.

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Urbane Silhouette

Darstellerisch würde man angesichts der Besetzungsliste anderes erwarten: In den Hauptrollen agieren Harrison Ford, Rutger Hauer und Sean Young – allesamt eher bekannt für andere Dinge als charakterlich ausgereiftes Spiel. Regisseur Ridley Scott versteht sie jedoch perfekt in Szene zu setzen, ihre Stärken herauszustellen (Fords ausdruckslosen Blick, Hauers stoische Brutalität und Young sah ohnehin niemals besser aus) und gleichzeitig ihre Schwächen (d.h. fehlende Schauspielfähigkeit) geschickt überzubügeln.

Inhaltlich überrascht, dass die Geschichte trotz Änderung praktisch aller Hauptaussagen des zugrundeliegenden Romans von Philip K. Dick trotzdem noch funktioniert. Die zentrale Frage in Buch und Film ist, was überhaupt Leben ausmacht. Gibt es einen Unterschied zwischen künstlichem und biologischem Leben – und wenn ja, worin besteht er? Die Antwort, die der Film gibt, ist exakt entgegengesetzt der der Vorlage. Ähnlich diametral geht es bei den Figuren zu (aus dem geistig behinderten Sebastian des Romans wird ein Genie).

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Verräterische Augen

Kurz vor seinem Tod sah der von der Filmbranche ziemlich geschundene Autor noch erste Rohszenen von Blade Runner. Dem Vernehmen nach gefiel es ihm trotz dieser fundamentalen Änderungen – zu Recht! Denn: Was zählt, ist die Frage, nicht die Antwort. Und die ist in Blade Runner hervorragend aufgearbeitet.

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