Umleitung


Originaltitel:
Detour
Jahr:
1945
Eingetragen:
05.01.2011
Bearbeitet:
10.06.2012
IMDB-Wertung:
7,4/10


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Al steht buchstäblich im Regen
Pianist Al (Tom Neal) und Sängerin Sue (Claudia Drake) bilden prinzipiell ein gutes Team – beruflich wie privat. Sue möchte jedoch etwas mehr erreichen, als allabendlich in einer Bar Betrunkene zu unterhalten. So macht sie sich zwecks großer Karriere auf nach Hollywood. Der entscheidende Durchbruch lässt jedoch auf sich warten, so dass Al nun zwecks sofortiger Hochzeit hinterherreisen will.

Zuerst scheint es wie Glück, als er von einem gewissen Haskell mitgenommen wird. Dieser redet viel, eröffnet Al diverse Pläne, an Geld zu kommen – ist dann allerdings plötzlich tot und Al hat die Leiche am Hals. Da er selbst heftigst mordverdächtig wäre, sieht er keine andere Möglichkeit, als die Leiche verschwinden zu lassen und vorerst selbst die Identität des Verunglückten anzunehmen, um als Fahrer des auf ihn zugelassenen Wagens nicht aufzufallen.

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Denn er gerät in Veras Fänge
Dadurch reitet er sich jedoch nur noch tiefer in die Probleme, als er selbst die Anhalterin Vera (Ann Savage) mitnimmt: Diese kannte Haskell und quetscht die Wahrheit aus Al heraus. Dieses Wissen nutzt sie aus, ihn zu erpressen. Mit dem Geld aus dem Autoverkauf fängt es an, doch sie wird immer gieriger und gieriger – will ihn sogar zu einem großangelegten Betrug anstiften. Wie kann Al diesem Teufelskreis wieder entkommen?

Letztlich, und damit ist hoffentlich nicht zu viel verraten, gar nicht. Vera persönlich wird er zwar am Ende wieder los, aber in sein eigentliches Leben wird er niemals mehr zurückkehren können. Gerade das macht den Film stark: Der absolute Pessimismus, wie ein Unschuldiger scheinbar fast ohne eigenes Zutun beinahe schon deterministisch in kürzester Zeit absteigt, sein Leben völlig aus den Angeln gehoben wird. Wobei zwei Dinge bedenken sollte: Erstens ist er selbst auch der Erzähler (d.h. die Zuschauer bekommen seine Version der Geschichte zu sehen), zweitens scheint er sich auch in seinem Selbstmitleid sehr zu gefallen. Einmal fällt sogar explizit die Aussage, es gefalle ihm, herumgestoßen zu werden. Trotz eindimensionaler Darsteller stecken da zahlreiche Untiefen in der Geschichte.

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