Die 1000 Augen des Dr. Mabuse


Originaltitel:
Die 1000 Augen des Dr. Mabuse
Jahr:
1960
Eingetragen:
12.01.2011
Bearbeitet:
02.06.2012
IMDB-Wertung:
7/10

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Cornelius ist eine eher unheimliche Erscheinung
Der blinde Wahrsager Cornelius (Wolfgang Preiss) hat eine Vision, die er der Polizei in Form von Kommissar Kras (Gert Fröbe) mitteilt. Er behält recht, jede Hilfe kommt jedoch zu spät: Ein Fernsehmoderator wird in seinem Auto zuerst unbemerkt mittels einer aus einem anderen Wagen abgeschossenen Stahlnadel ermordet. Der Täter, eine gewissen „Nr. 12“ (Howard Vernon) erstattet sofort dem „Doktor“ Bericht.

Eine Spur führt die Polizei in ein Hotel, in dem der amerikanische Millionär Travers (Peter van Eyck) gerade noch den Selbstmord Marion Menils (Dawn Adams) verhindern kann. Marion war eine der letzten Personen, die noch mit dem Ermordeten gesprochen hat.

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Der Hausdetektiv erklärt Travers die Vorzüge eines auf Überwachung ausgerichteten Hotels
Was das allerdings alles mit Mabuse und seinen Machenschaften zu tun hat, wird erst gegen Ende klar. Vorerst laufen zahlreiche Handlungsstränge nebeneinander her: Eine sehr brave Liebesgeschichte zwischen Travers und Marion, Marions Probleme mit ihrem kriminellen und gewalttätigen Ehemann (Reinhard Kolldehoff), dessen Image als „Bösewicht“ auch noch durch seinen extremen Klumpfuß unterstrichen wird (daraus schließt der Zuschauer, dass er in der Organisation des „Doktors“ verwickelt ist), weitere seltsame Ankündigungen des Wahrsagers, dann taucht noch ein Versicherungsagent (Werner Peters) auf, hinter dessen unfähiger Fassade auch deutlich mehr steckt usw. usf.

Was den Film jedoch mehr als alles andere beherrscht, ist eine schier unendliche Paranoia. So ist das Hotel anscheinend nur so mit Kameras und Einwegspiegeln durchzogen, mit deren Hilfe die Bösewichte permanent alles überwachen. Die verbrecherische „Geheimorganisation“ schmiedet nicht nur Verschwörungen gegen Staat und Wirtschaft, sondern auch die „Nummern“ (James Bond lässt grüßen) untereinander werden gegeneinander ausgespielt.

Letztendlich ist Die 1000 Augen... jedoch ein Film, in dem all diese Stilelemente Selbstzweck sind. Wenn am Ende der Sinn der ganzen reichlich komplizierten Aktionen erklärt wird, sorgt das eher für Stirnrunzeln: Ein reichlich umständlicher (und auch noch mehr als unsicherer, von vielen unvorhersehbaren Faktoren abhängiger) Weg, um an dieses gewünschte Ziel zu kommen. Originalregisseur Fritz Lang zeigt den Zuschauern also hier nochmal einige durchaus originelle Elemente, bereitet aber auch den Weg für die folgenden (nicht mehr von ihm inszenierten) Mabuse-Filme, die dann doch zu deutlich konventionelleren Krimis wurden.

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