Die 39 Stufen


Originaltitel:
The 39 Steps
Jahr:
1935
Eingetragen:
18.01.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
7,9/10


die_39_stufen01.jpg
Spektakuläre Flucht an der Außenseite des fahrenden Zuges
die_39_stufen02.jpg
„Wie schnell glauben Sie voranzukommen an mich gekettet?“ – ja, der offensichtliche Ehe-Witz folgt
Bei einem Auftritt des Gedächtniskünstlers „Mr. Memory“ (Wylie Watson), der angeblich alles weiß und tatsächlich sehr erfolgreich die Fragen des Publikums beantwortet, fallen plötzlich Schüsse. In der allgemeinen Aufregung hängt sich Annabella Smith (Lucie Mannheim) an den Kanadier Richard Hannay (Robert Donat) und begleitet diesen in seine Wohnung. Hier möchte sie sich versteckt halten, denn wie sie behauptet, war sie die Schützin. Sie erzählt eine wilde Spionagegeschichte über einen Mann mit einem fehlenden Glied an einem kleinen Finger und eine Verschwörung in Schottland. Hannay kann das alles nicht so richtig glauben – in der Nacht wird Annabella ermordet.

Nun sind die feindlichen Agenten hinter Hannay her, dem nur noch die Möglichkeit bleibt, nun selbst nach Schottland zu reisen und sich mit dem Kontaktmann Annabellas zu treffen. Dabei ist ihm auch die Polizei auf den Fersen, die natürlich denkt, er habe Annabella ermordet. Schließlich verschlägt es ihn in das Haus Professor Jordans (Godfrey Tearle), den Hannay für diese Kontaktperson hält. Ein Fehler: Tatsächlich ist er der Mann mit dem fehlenden Finger – der Bösewicht. Eine Pistole wird abgefeuert, Hannay bricht zusammen – überlebt jedoch wie durch ein Wunder. Da er nun alles aufgeklärt glaubt, geht er zur Polizei. Doch diese schenkt seinen Anschuldigungen gegen ein angesehenes Mitglied der Gemeinde keinen Glauben und verhaftet ihn vielmehr als Mörder. So muss er wieder fliehen...

Völlig unbedarfter und unschuldiger Mann wird in eine Spionagegeschichte verwickelt – Hitchcocks Lieblingsthema. Dabei ist der Anfang tendenziell der schwächste Teil der Geschichte: Die Formel der Agentin, die quasi ihre „Pflichten“ an jemand anderen übergibt, bevor sie stirbt, wirkt etwas aufgesetzt. Doch das vergisst man angesichts der hohen Geschwindigkeit, die der Film dann vorgibt, jedoch schnell. In kurzer Abfolge folgt Szene auf Szene – dass das ganze recht episodisch ohne entscheidende Handlungsentwicklung abläuft, ist dabei Nebensache.

Beschweren kann man sich einzig und allein über den antiklimaktischen Schluss: Hier wird der „McGuffin“, also die technische Formel, die der Anlass des Ganzen war, tatsächlich explizit enthüllt – und ist natürlich letztlich nicht so spektakulär, dass man wirklich beeindruckt wäre. Das hat Hitchcock beispielsweise in Der unsichtbare Dritte durch das Ausblenden solcherlei Erklärungen mittels Flugzeuglärm besser geregelt.

Kommentare



Name:
Passwort (leer):
Botverifikation:
Bitte gib das Entstehungsjahr dieses Films ein!
Kommentar: