Spiel auf Zeit


Originaltitel:
Snake Eyes
Jahr:
1998
Eingetragen:
29.01.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
5,9/10

Die vorherrschende Meinung zu Spiel auf Zeit scheint zu sein: sehr gute erste halbe Stunde, danach Schrott. Zur Hälfte ist das durchaus richtig...

Es geht um einen Mord: der US-Verteidigungsminister (Joel Fabiani) wird während eines Boxkampfs erschossen. Der korrupte Polizist Rick Santoro (Nicolas Cage) saß direkt vor ihm im Publikum. Der Attentäter, ein arabischer Terrorist, ist schnell identifiziert – Offizier Kevin Dunne (Gary Sinise), der für die Sicherheit bei der Veranstaltung zuständig war, erschießt ihn. Doch Rick bekommt Zweifel: Die Erklärung scheint zu einfach und welche Rollen spielten eigentlich die beiden offensichtlich verkleideten, gutaussehenden Frauen (Carla Gugino und Jayne Heitmeyer), die kurz bevor die Schüsse fielen, in der Nähe herumlungerten?

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Boxen, Militär und nerviger Polizist – es geht „gut“ los

Um das überhaupt erstmal interessant zu finden, muss man schon entsprechend gepolt sein: Protagonist Santoro ist mehr als nervig – sein Herumgeplapper macht ihn extremst unsympatisch. Dazu kommt die offensichtliche Bedeutung, die der Film den Box-„Sport“ zumisst, sowie dem Wettgeschäft drumherum. Wenn einem das alles gleichgültig ist, hat auch die erste halbe Stunde schlechte Karten. Da können auch ein paar optisch gelungene Aufnahmen nichts mehr retten.

Der Rest... ist ja nicht so umstritten: ein dümmlicher Verschwörungsplot ums Militär, die dazugehörige Industrie und Politik – und das uralte Cliché vom „egoistischen Bullen“, der sein Gewissen entdeckt. Ersteres ist regelrecht ekelhaft, weil es mal wieder den Militarismus auf positive Weise hochhält (immerhin kann man mit einem gewissen Recht annehmen, dass das keine „politische“ Aussage sein soll – um eine solche überhaupt zu haben, ist der Film inhaltlich zu primitiv). Letzteres macht immerhin Cage mit der Zeit einigermaßen erträglich, weil er nicht mehr so aufgekratzt durch die Gegend rennt. Trotzdem bescheuert.

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Vor der Halle tobt ein Unwetter

Wenn das Ganze dann immerhin spannend wäre, könnte man es ja alles verzeihen. Doch auch das klappt nicht. Wer der wirkliche Bösewicht ist, ist mehr als transparent – auch vor der Auflösung für den Zuschauer nach etwa der Hälfte. Dass Regisseur Brian DePalma es durchaus beherrscht, auch einzelnen Szenen (ohne die Basis eines spannenden Plots) den „Suspense-Touch“ zu geben, hat er in der Vergangenheit häufig genug bewiesen. Hier klappt das gerade ein einziges Mal (als eine Zeugin versucht, durch das angrenzende Kasino dem Bösewicht zu entfliehen), und auch das nur sehr ansatzweise.

Fazit: kompletter Blödsinn, hier gibt es absolut nichts zu sehen.

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