Innocent Babysitter


Originaltitel:
The Babysitter
Jahr:
1995
Eingetragen:
30.01.2011
IMDB-Wertung:
4,1/10

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Spannung pur!
Wie stumpf-notgeil ist der männliche Teil der Bevölkerung? Reicht es, einfach nur eine attraktive Frau auf den Bildschirm zu stellen und ihr 90 Minuten lang beim Babysitten zuzugucken, dass das dann im Nachhinein auch noch positiv bewertet wird? Anscheinend dachten das gewisse Produzenten und engagierten Alicia Silverstone. Diese steht im Zentrum eines dünnen Geschichtchens, in dem diverse Männer sich ausmalen, was für tolle Dinge sie doch mit dem kleinen Babysitter tun könnten: der Hausherr (J.T. Walsh), der Freund (Jeremy London) des Mädchens, der Sohn (Nicky Katt) des Gastgebers der Party, auf der sich die Eltern der betreuten Kinder befinden und... der „gesittete“ Sohn (Ryan Slater) selbst. Als Alibi, damit es nicht allzu einseitig wird, darf auch die Dame des Hauses (Lee Garlington) sich nach einem Kerl verzehren: dem Gastgeber der Party (George Segal).

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Die Party ist auch nicht unbedingt prickelnd
Tatsächlich scheint allerdings nicht viel mehr dahinterzustecken, als „Wir stellen mal Miss Silverstone in niedlichen Kleidchen vor die Kamera, filmen sie bei völlig willkürlichen Tätigkeiten und zoomen zwischendurch immer mal wieder auf ihren Schmollmund“. Was in drei- bis vierminütigen Aerosmith-Musikvideos noch ein tragfähiges Konzept war, ist auf Spielfilmlänge ausgedehnt nicht mehr so prickelnd. Man sieht sie eben beim Babysitten... wie sie vorm Fernseher sitzt, wie sie Essen zubereitet, wie sie kleine Kinder badet, wie sie mit ihnen spielt, wie sie sie ins Bett bringt, wie sie ans Telefon geht. Alles so alltäglich, dass es wirklich bar jeden Interesses ist.

Die „Fantasieszenen“ befinden sich dagegen auf dümmlichstem Pornoniveau, nur eben ohne nackte Haut (geschweige denn Sex). Der Babysitter in der Badewanne: „Huch, ich habe die Seife fallenlassen... können Sie mir wohl helfen, sie zu suchen, Mr. Tucker?“ Und die Nummer mit der Seife fanden sie wohl so toll, dass sie dann sogar zweimal vorkommt – mit verschiedenen männlichen Protagonisten. Autsch!

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Ja, die Szene ist so dümmlich, wie der Gesichtsausdruck vermuten lässt
Mit der Zeit werden die Vorstellungen der Kerle dann langsam gewalttätiger und sie werden davon gedanklich dermaßen vereinnahmt, dass sie sich tatsächlich alle auf dem Weg zu dem Haus befinden. Natürlich kommt alles anders als von ihnen gedacht. Das könnte man nun positiv dergestalt interpretieren, dass immerhin die Figur des Babysitters genug Dimensionen hat, dass sie eben nicht den stumpfen Männerfantasien entspricht, sondern einen eigenen Kopf für eigene Entscheidungen hat. Doch auch dies gibt der Film nicht her, da Silverstone eben doch nur ein absolutes Cliché ohne Persönlichkeit spielt.

Die letzte Zeile, die sie im Film spricht, ist: „Was habt ihr euch dabei gedacht?“ Damit liefert sie dem geneigten Rezensenten eine perfekte Steilvorlage... nein, das wäre wirklich zu einfach, lassen wir's einfach.

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