Der Fänger


Originaltitel:
The Collector
Jahr:
1965
Eingetragen:
07.02.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
7,6/10

Frederick Clegg (Terence Stamp) hat es aufgrund eines hohen Gewinns beim Glücksspiel nicht mehr nötig zu arbeiten. Dabei stammt er ursprünglich aus sehr einfachen Verhältnissen und weiß sich nicht in der Gesellschaft zu bewegen. Sein Leben ist verläuft völlig einsam und isoliert. Sein größtes Hobby: Das Fangen und Sammeln von Schmetterlingen.

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Motorisiertes Stalking

Als er jedoch ein abgelegenes altes Haus auf dem Land findet und kauft, setzt er einen anderen Plan in die Tat um: Er entführt die Kunststudentin Miranda (Samantha Eggar), die er bereits seit Jahren beobachtet. Er will sie so lange in seinem ausgebauten Keller gefangen halten, bis sie Gelegenheit hatte, ihn „kennenzulernen“ und sich so in ihn zu verlieben. Alles ist perfekt vorbereitet: Frederick hat bereits passende Kleidung und diverse Kunstbücher gekauft, sorgt für ihre Verpflegung und erwartet im Gegenzug „nur“, dass sie Zeit mit ihm verbringt.

Miranda, intelligenter, gebildeter und welterfahrener, durchschaut Frederick, kann ihn aber nicht von der Absurdität dieses Unterfangens überzeugen. So beginnt eine Abfolge von Fluchtversuchen, aber auch von außen betrachtet geradezu absurden, aus der Situation geborenen „Verhandlungen“ mit ihrem Kidnapper über die Bedingungen ihres Aufenthalts und ihre mögliche Freilassung.

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Gefangen im Keller...

Das gibt es selten: Der Fänger ist sogar besser, als der zugrundeliegende Roman Der Sammler. In letzterem wird die Geschichte zweimal erzählt – jeweils aus der Perspektive einer der Hauptpersonen. Dies bietet zwar einerseits interessante Einblicke, andererseits enthält es aber auch viel uninteressante und relativ nutzlose Passagen, in denen die Gefangene von einem Maler schwärmt, mit dem sie anscheinend ein Verhältnis hat. Die perspektivische Verengung des Films auf die beiden Hauptpersonen tut der Geschichte nur gut.

Kommunikation und Kommunikationsmangel, Klassen- und Bildungsunterschiede – all dies zeigt sich als unüberwindbar. Frederick ist kein klassischer „Bösewicht“. Er weiß sich einfach nicht anders zu helfen. Warum, das zeigt sich im Verlauf des Films: Seine Kommunikationsfähigkeit und Auffassungsgabe kann nicht mit der Mirandas mithalten. Genauso schwierig ist es jedoch andersherum: Miranda kann Fredericks Verständnisprobleme in ihren Diskussionen über Kunst und Literatur einfach nicht nachvollziehen.

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...wie ein Schmetterling im Glas

Dass diese allgemeinen Themen in eine spannende Thrillerhandlung verpackt sind, hilft der Aufmerksamkeit natürlich ungemein (insbesondere das Ende lässt es einem kalt den Rücken hinunterlaufen). Die beiden Darsteller, von denen so viel abhängt, machen ihre Sache ebenfalls bestens. Genauso müssen Filme aussehen!

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