Sherlock Holmes


Originaltitel:
Sherlock Holmes
Jahr:
2010
Eingetragen:
19.02.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
3,8/10

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Mit der betuhlichen Gemütlichkeit ist's vorbei:
Eine Billigproduktion, um schnell im Schatten des besser finanzierten aktuellen Sherlock Holmes-Films Geld zu machen. Grob gesagt geht es darum, dass Sherlock Holmes (Ben Snyder) es mit Dinosauriern zu tun bekommt – was der Vorwand für einige pseudospektakuläre, aber (trotz gar nicht mal so schlechter Produktion und immerhin ein oder zwei ganz netter Ideen in „Steampunk“-Richtung) recht langweilige Szenen ist. Viel mehr gibt es dazu wohl nicht zu sagen.

Da nun noch viel „Platz“ auf dieser Seite ist, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mich mal über die übliche Qualität von Übersetzungen/Synchronisationen aktueller Filme auszulassen. Dies hängt leider nicht notwendigerweise mit dem bei der Produktion betriebenen Aufwand zusammen, ist also kein reines Phänomen von „Billigfilmen“.

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Dinosauerier und...
Man sollte eigentlich erwarten können, dass für kommerzielle Filme auch professionelle Übersetzer eingesetzt werden. Angesichts solcher Auswüchse wie diesem Film muss man allerdings vom Glauben abfallen: Wenn Sätze fallen, bei denen man erst den Sinn überhaupt verstehen kann, wenn man sie erst „wörtlich“ (und häufig auch falsch) ins Englische „zurückübersetzt“, dann ist die Grenze überschritten, jenseits derer eine Synchronisation keinerlei Sinn mehr ergibt, da sie mehr Fremdsprachkenntnisse erfordert, als einfach die Originalversion zu zeigen.

Da wird dem Bösewicht beispielsweise eine Zeile über „dieses pathetische Land“ in den Mund gelegt. Wie jeder deutsche Schüler eigentlich wissen sollte, haben das englische „pathetic“ und das deutsche „pathetisch“ völlig unterschiedliche Bedeutungen („pathetic“ = „erbärmlich“). Trotzdem hat es nicht nur ein (wahrscheinlich unterbezahlter) Übersetzer so niedergeschrieben, ein Synchronsprecher so gesagt und ein Dialogregisseur so akzeptiert – die das alle hätten merken müssen.

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...ein Robotermann machen Holmes und Watson zu schaffen.
Und das würde ja alles noch nicht mal ernsthaft etwas machen, wäre der Film nicht voll solchen Schwachsinns: Ob nun solche offensichtlichen, expliziten Fehler, oder einfach nur seltsame Formulierungen. So ist beispielsweise davon die Rede, jemand sei „paralysiert“; klar, das Wort existiert auch auf Deutsch, aber es ist anders als das englische „paralysed“ völlig unüblich im normalen Sprachgebrauch – hier sagt man doch wohl eher „gelähmt“. So wirken selbst formell korrekte Dialoge gestelzt und unnatürlich.

„Übersetzung“ bedeutet mehr, als nur fremdsprachige Texte Wort für Wort in einem Wörterbuch nachzuschlagen. Doch genau das wird immer üblicher; das Niveau sinkt rapide. Ein weiterer Grund, sich vom aktuellen Kinoprogramm fernzuhalten.

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