Die Erfindung des Verderbens


Originaltitel:
Vynález zkázy
Jahr:
1958
Eingetragen:
19.02.2011
IMDB-Wertung:
7,6/10

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Auch die dicksten Kanonen...
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...sind nutzlos gegen ein Unterseeboot
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Doch auch andere Gefahren lauern unter Wasser
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Professor Roch ist zufrieden, solange er arbeiten kann
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Sein Assistent hinterfragt dagegen die Moral der Technik
Der eher weltfremde Professor Roch (Arnost Navrátil) arbeitet an explosiven Stoffen. Ihn interessiert, wie er betont, nur die wissenschaftliche Erkenntnis an sich, die chemischen Reaktionen. Über praktische Anwendungen mache er sich keine Gedanken, diese lägen in der Verantwortung anderer. Dass dies jedoch nicht immer zu trennen ist, muss er am eigenen Leib erfahren:

Piraten entführen den Professor und seinen Assistenten, den Ingenieur Simon Hart (Lubor Tokos). Mittels eine speziellen U-Boots kann die sofort benachrichtigte Marine überlistet werden und die Gefangenen werden auf den Inselstützpunkt der Bande gebracht. Hier soll der Professor nun seine Theorien in die Praxis umsetzen und eine Waffe unglaublicher Zerstörungskraft bauen. Hinter der ganzen Sache steckt der eigentlich angesehene Graf Artigas (Miroslav Holub). Während der Professor noch von dem sehr gut ausgestatteten Labor beeindruckt ist, erkennt der Ingenieur die moralische Dimension, versucht zu entfliehen und die Behörden zu warnen...

Mit dieser Verfilmung könnte Autor Jules Verne zufrieden sein: Das für ihn wahrscheinlich durch Alfred Nobel und die Erfindung des Sprengstoffs inspirierte Thema hatte zur Entstehungszeit des Films durch die Atombombe noch wieder eine ganz neue Dimension gewonnen.

Abgesehen von dieser zeitlosen Frage der Wissenschaftsethik und -verantwortung stellt sich Die Erfindung des Verderbens als spannender Abenteuerfilm mit einem originellen stilistischen Konzept dar: Dass Schauspieler in Kulissen und vor gezeichneten Hintergründen agieren, ist prinzipiell nichts Besonderes, aber hier ist es nicht aus Unvermögen sichtbar, dass das so ist, sondern es wird gar nicht versucht, dies zu verbergen. Typische Techniken von Zeichentrick bis hin zu Scherenschnitten bilden die Szenen – die Schauspieler bewegen sich also in sichtbar künstlichen, zweidimensionalen Umgebungen.

Einerseits könnte man das als Verfremdungseffekt verstehen. Gemeint ist es jedoch wahrscheinlich „nur“ als Anklang an Buchillustrationen. Unabhängig von der Motivation ist das optische Experiment jedoch gelungen: Schon nach wenigen Minuten hat man den Stil als Zuschauer verinnerlicht und selbst tricktechnisch eigentlich recht komplizierte Szenen wie der Kampf zwischen einem Taucher (Schauspieler) und einem Oktopus (gezeichnet/Miniatur) sehen so durchaus gut aus.

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