Das Haus der langen Schatten


Originaltitel:
House of the Long Shadows
Jahr:
1983
Eingetragen:
28.02.2011
Bearbeitet:
03.11.2012
IMDB-Wertung:
6,4/10

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Das wird selbstverständlich „Baldpate“ ausgesprochen
Schriftsteller Kenneth Magee (Desi Arnaz Jr.) hat gerade seinen neuesten Bestseller auf den Markt geworfen. Sein Verleger Allyson (Richard Todd) freut sich zwar über die Annahmen, vermisst aber Emotionen bei modernen Schriftstellern – Magee solle auch mal etwas Anderes probieren. Magee ist bezüglich Liebesthemen ein Zyniker, ist aber bereit, 20000$ zu wetten, dass er einen Klassiker auf dem Niveau von Sturmhöhe innerhalb von 24 Stunden zusammenschreiben kann. Allyson schlägt ein und stellt ein verlassenes Haus in Wales zwecks ungestörten Arbeitens zur Verfügung.

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Die klassische Geisterhausszene
Schon auf dem Weg bekommt Magee einige Warnungen an den Kopf geworfen: Das Haus sei verflucht usw. usf. Schon am Bahnhof treibt sich eine vermummte alte Frau herum, die dann zu allem Überfluss auch noch von einem Moment zum anderen verschwindet. Endlich angekommen ist auch das Haus selbst nicht so verlassen, wie angenommen: Vater (John Carradine) und Tochter (Sheila Keith) Quimby, die sich als Haushälter vorstellen, nehmen Magee bezüglich der Berechtigung seiner Anwesenheit ins Verhör. Auch die alte Frau aus dem Bahnhof ist wieder da – bei ihr fällt jedoch praktisch sofort die Maske (im wahrsten Sinne des Wortes): Es handelt sich um Mary Norton (Julie Peasgood), Allysons (junge) Sekretärin, die Magee Angst einjagen sollte. Magee reagiert mit innerem Kopfschütteln, erfährt jedoch hierdurch indirekt, dass es hier eigentlich keine Haushälter geben dürfte.

Das nimmt er erstmal so hin, da er die ältlichen Quimbys für harmlos hält. Zum Schreiben kommt er aber trotzdem nicht, denn bald darauf trifft der nächste Gast im Haus ein: Sebastian Rand (Peter Cushing) behauptet, einen Autounfall in der Nähe gehabt zu haben. Wieso hatte er dann aber einen Hausschlüssel? Damit noch lange nicht genug: Lionel Grisbane (Vincent Price) besucht nach Jahrzehnten zum ersten Mal wieder sein Elternhaus (dies lässt sich immerhin mittels der Ahnengalerie verifizieren). Doch jene Galerie lässt auch einige Rückschlüsse auf die sonstigen Anwesenden zu.

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(Rentner-)Starparade bei Tisch
Als Magee dann endlich glaubt, alles durchschaut zu haben, taucht ein gewisser Corrigan (Christopher Lee) auf, der explizit nicht zur Familie Grisbane gehört, das Haus jedoch gekauft hat. Dazu, direkt alle mitten in der Nacht herauszuschmeißen, hat er jedoch auch nicht das Herz. So kommt langsam immer mehr über das tragische Geheimnis der Familie Grisbane heraus, das 1939 deren Mitglieder dazu veranlasste, das Land zu verlassen: Der jüngste Sohn Roderick hatte eine solche Schande über die Familie gebracht, dass hier kein Mitglied mehr leben konnte. Angeblich hat die Familie Roderick selbst bestraft und nun ist er tot... doch warum möchten die Grisbanes dann eigentlich vor Mitternacht unbedingt loswerden? Irgendwas stimmt da noch nicht.

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Ein langer Schatten tötet einen anderen
Alles endet dann in einem Schlachtfest, das die meisten Charaktere nicht überleben. Zumindest vorerst. Bis zu dem Punkt, an dem Corrigan Magee fragt, ob er verstehe, ist Das Haus der langen Schatten ein sehr unterhaltsamer Film, der den Altstars mehr als ausreichend Gelegenheit gibt, damit zu glänzen, wofür sie berühmt geworden sind. Jeder bekommt seinen theatralischen Auftritt und handlungstechnisch gibt es mit dieser Besetzung natürlich mehr als genug „Verdächtige“. Gepflegter Grusel mit dem richtigen Schuss Ironie.

Doch dann folgt nicht ein, sondern gleich zwei zusätzliche Enden. Klar, bis zu einem gewissen Maß ist das der Vorlage bedingt. So ist die erste Wendung zwar schon schwer zu verdauen, aber noch einigermaßen ignorierbar. Selbst das stellt sich dann allerdings wieder als „Lüge“ heraus. Das „wirkliche“ Ende befindet sich dann auf dem Niveau von „es war alles nur ein Traum“. Verarschung der Zuschauer; Empfehlung: An der genannten Stelle einfach abschalten! Dann muss man sagen: Große Literatur, wovon anfangs die Rede war, ist das natürlich nicht, aber sehr gute Unterhaltung. Die viel größere Überraschung als die beiden unnötigen Enden findet sich ohnehin bereits im Vorspann: Regie Pete Walker? Ganz schön zahm geworden, der werte Herr!

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