Der Dämon und die Jungfrau


Originaltitel:
La frusta e il corpo
Alternativtitel:
Der Mörder von Schloss Menliff
Jahr:
1963
Eingetragen:
20.03.2011
Bearbeitet:
08.10.2012
IMDB-Wertung:
6,9/10

Die Hochzeit zwischen Christiano (Tony Kendall) und Nevenka (Daliah Lavi) steht unmittelbar bevor. Da kehrt Christianos älterer Bruder Kurt (Christopher Lee) in das gemeinsame Elternhaus zurück. Ihr kranker Vater (Gustavo De Nardo) ist alles andere als begeistert: Der frühere Haupterbe aller Besitztümer der Familie hatte das Gut verlassen müssen, nachdem seine Affäre mit Carla, der Tochter der Haushälterin Giorgia (Harriet Medin) aufgeflogen war und diese sich umgebracht hatte.

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Nicht nur Haus und Ländereien fielen dadurch an Christiano: Auch Nevenka war seinerzeit mit Kurt verlobt gewesen. So musste auch hier der jüngere Bruder „einspringen“, die Familienehre zu wahren. Was wiederum die sich anbahnende Beziehung mit Cousine Katia (Ida Galli) im Keim zerstörte. Nun leben Nevenka und Christiano in einer lieblosen Ehe.

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Besonders bei Nevenka öffnet Kurts Erscheinen wieder alte Wunden. Die Beziehung der beiden war sadomasochistischer Art und bei einer Begegnung am Strand flammt genau das wieder auf. Am nächsten Tag ist Kurt jedoch bereits tot – ermordet mit dem gleichen Dolch, mit dem sich seinerzeit Carla das Leben genommen hatte. Wer ist der Mörder? Ein Motiv hätten beinahe alle. Und schlimmer noch: Kurts Geist scheint nun im Haus umzugehen. Insbesondere Nevenka hört und sieht seltsame Dinge – oder ist das alles nur Einbildung?

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Der patentierte Griff in die Kamera

Auch, wenn die Handlung keine Originalitätspreise gewinnen wird: Der Dämon und die Jungfrau spielt geschickt mit Emotionen und Filmtechniken. Originelle Perspektiven, Unschärfe, Schattenwürfe und Farben setzt Regisseur Mario Bava dergestalt ein, dass sie die düstere Grundstimmung des Plots eindrucksvoll an den Zuschauer kommunizieren.

Daran, dass diese gesamte Familie am Ende ist, besteht also von Anfang an kein Zweifel. Und diese Nutzung der optischen Möglichkeiten des Filmmediums ist es, die gute Regisseure von Leuten, die einfach nur „redende Menschen“ abfilmen, unterscheidet.

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