Die Nibelungen, I. Teil: Siegfried


Originaltitel:
Die Nibelungen, I. Teil: Siegfried
Jahr:
1966
Eingetragen:
29.03.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
6,3/10

König Gunther (Rolf Henniger) von Burgund fehlt eine Königin, was die Nachfolge prinzipiell in Gefahr bringt. Da kommt Siegfried von Xanten (Uwe Beyer), König der Niederlande an den Hof. Dieser ist für seine diversen Heldentaten bekannt: So hat er den Schatz der Nibelungen einem Drachen entrissen, in dessen Blut gebadet und gilt nun als unverwundbar. Mittels der magischen Kräft des Ringes der Nibelungen hat er anschließend Brunhild (Karin Dor), die Königin Islands, aus ihrem tausendjährigen Schlaf erweckt. Siegfried sucht den Kampf, will Burgund seinem Reich einverleiben. Doch ein Blick auf Gunthers Schwester Kriemhild (Maria Marlow) beschwichtigt ihn.

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Die streitbare Brunhild

Gunther will der Hochzeit zustimmen, verlangt als Bedingung jedoch Siegfrieds Hilfe bei seinem eigenen Werben um Brunhild. Jene kann nur einen Mann heiraten, der sie in drei kämpferischen Disziplinen schlägt – und ihr Gürtel, ein Geschenk der alten Götter, verleiht ihr Superkräfte. Jedoch nicht solch ausgeprägte wie Siegfried, der mittels einer Tarnkappe, die er von Alberich (Skip Martin), dem König der Alben bekommen hat, Gunther bei den Kraftproben helfen kann.

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Der „einäugige“ Hagen

Brunhild ist zwar nicht begeistert, nun Gunther zu gehören, da sie eigentlich selbst Siegfried liebt, fügt sich aber der Tradition, da sie augenscheinlich in den Wettkämpfen unterlegen war. Sie kommt mit an den Wormser Hof. Aufgrund der eifersüchtigen Konkurrenz mit Kriemhild bekommt sie jedoch letztlich alles über den Betrug heraus. Hagen von Tronje (Siegfried Wischnewski) soll nun ihre Rache übernehmen: Auf einer Jagd wirft er seinen Speer treffgenau in die eine Stelle an Siegfrieds Körper, die nicht vom Drachenblut geschützt ist. Brunhild gibt sich erstmal zufrieden, aber diese Verschwörung kann natürlich nicht vor Kriemhild geheim gehalten werden – sie schwört Rache.

OK, die Hauptrolle mit einem Hammerwerfer ohne Schauspielerfahrung zu besetzen, war natürlich eine Fehlentscheidung. Beyer steht normalerweise einfach ausdruckslos grinsend im Bild herum. Dass seine Rolle durch den Tod am Ende dann im zweiten Teil nicht mehr auftreten wird, ist ein deutlicher Gewinn.

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Immer diese Speerwerfer!

Ansonsten kann man sich aber nicht beschweren. Die fantastisch-mythologischen und weltlich-machtpolitischen Handlungsstränge halten sich angenehm die Waage. Einigermaßen komplex wird es sogar dadurch, dass die Grüppchen in sich jeweils nicht komplett homogen sind: Der strenge Christ Gunther braucht weiterhin die Unterstützung der „alten Mächte“ in Form von Brunhild, Hagen, Alberich und eben indirekt auch Siegfried. Jene wiederum sind sich durchaus bewusst, dass „ihre“ Welt am Untergehen ist, doch das Aufgehen in die christlich-westliche Welt ist der über allem schwebenden Bedrohung aus dem Osten, in Form des Hunnenkönigs Etzel (Attila) noch immer vorzuziehen.

Die recht umfangreiche, farbenfrohe und streckenweise natürlich naive Produktion wirkt in diesem Fall also angemessen – auch, wenn die Spätantike mal wieder (wie im Filmgenre üblich) größtenteils in Kostümen gelebt wird, die eher ans Hochmittelalter erinnern.

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