Weißer Oleander


Originaltitel:
Dragonwyck
Jahr:
1946
Eingetragen:
14.04.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
7/10

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So hatte sich Miranda das Leben vorgestellt
Für Miranda (Gene Tierney) wird ein Traum war, als ein entfernter Verwandter (Vincent Price) sie als Kindermädchen anstellt: Nicholas van Ryn gehört das gesamte Land rund um „Dragonwyck“, den Stammsitz seiner Familie. Bearbeitet wird dieses Land jedoch von somit abhängigen Bauern, was zu einigen Konflikten führt. Besonderer Führsprecher der Bauern ist Dr. Turner (Glenn Langan), der dadurch mit den van Ryns mehr oder weniger offen verfeindet ist.

Bei aller Freude über diese neue Aufgabe und die Einblicke in diese für Miranda fremde Welt sieht sie doch auch schnell deren Schattenseiten: Für das Familienleben rund um Nicholas, seine Ehefrau Johanna (Vivienne Osborne) und Tochter Katrine (Connie Marshall) ist „lieblos“ noch gar kein Ausdruck! So scheint es jedoch seit Generationen Familientradition zu sein: Pflichterfüllung steht für alle an oberster Stelle.

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Doch die Last der Familie wiegt schwer
Noch unangenehmer für Miranda persönlich jedoch, dass ihr die „High Society“, die auf Dragonwyck ein- und ausgeht in ihren Gepflogenheiten und ihrer Blasiertheit fremd ist. Sie, als „einfaches Mädchen vom Lande“, kann hier nicht so recht hereinpassen. Das ändert sich auch nicht, als Johanna überraschend verstirbt und Nicholas Miranda zu seiner neuen Ehefrau macht. Nicholas verbindet damit, wie sich herausstellt, primär den Wunsch, endlich einen männlichen Nachkommen zu zeugen, an den er seinen Besitz vermachen können wird. Ein Sohn wird tatsächlich bald gebohren – doch schon wenige Stunden später ist er auch wieder tot. Nicholas versinkt daraufhin endgültig in Selbstmitleid und Wahnvorstellungen...

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Weißer Oleander – Zeichen kommenden Unheils
Das abgelegene, mysteriöse Turmzimmer, in das sich der Hausherr immer wieder zurückzieht, der zu zwei parallenen Gelegenheiten auftauchende Oleander, die anachronistischen Riten, die die van Ryns bezüglich „ihrer“ Bauern pflegen und natürlich nicht zuletzt die von der restlichen Welt abgekoppelte Kunstwelt, in der sie sich bewegen: Nicht nur symbolisch ist das große Problem dieser Familie mehr als sichtbar. Nur selten blitzen kurze menschliche Regungen auf; alle wissen ihre jeweilige Rolle zu spielen und erfüllen sie bis zur Selbstaufgabe.

Einzig etwas unschön ist die doch sehr romantisierte Darstellung des sehr extremen Gegensatzes zum „einfachen Leben“ auf der Farm, von der Miranda stammt: Die Einschränkungen und das starre Korsett dieser Umgebung wird nicht hinterfragt, sondern den Zuschauern geradezu als erstrebenswerter Zustand verkauft. Das ist dann leider wieder der typisch amerikanische Provinzialismus.

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