Ein Köder für die Bestie


Originaltitel:
Cape Fear
Jahr:
1962
Eingetragen:
27.05.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
7,8/10

Die Familienidylle des Anwalts Sam Bowden (Gregory Peck) wird jäh gestört, als Max Cady (Robert Mitchum) aus dem Gefängnis entlassen wird. Hier hatte er als Vergewaltiger eingesessen – und Bowden hatte als Zeuge eine zentrale Rolle in seiner Verurteilung gespielt. Tatsächlich lässt Cady einige Drohungen gegenüber Sam ab, die hauptsächlich dessen Frau Peggy (Polly Bergen) und Tochter Nancy (Lori Martin) betreffen. Offiziell lässt er sich jedoch nichts zu Schulde kommen, gibt sich in Anwesenheit Dritter jovial.

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„Bestie“ Cady...

Auch als der Familienhund vergiftet aufgefunden wird, gibt es keine Beweise. Der Polizeichef (Martin Balsam) kann nichts unternehmen, da Cady alle Bewährungsauflagen erfüllt. Ein angeheuerter Privatdetektiv (Telly Savalas), der Cady etwas anhängen soll, kann ebenfalls nichts bewirken. Zwar hören die Nachstellungen der Bowdens nicht auf – aber „messbar“ wird niemals etwas. Als Cady weder mit Geld, noch durch einen angeheuerten Schlägertrupp aus der Stadt zu bewegen ist und Nancy schließlich unter ein Auto gerät, siehr Sam nur noch eine Möglichkeit: Die Familie soll zum Schein zu ihrem Hausboot fahren, um Cady dort selbst eine riskante Falle zu stellen.

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...nimmt ihr Ziel ins Visier

Was verwundert: Die Selbstjustizmethoden, mit denen Cady eingeschüchtert und verscheucht werden soll, werden niemals auch nur ansatzweise hinterfragt. Das „funktioniert“ vielleicht insoweit, dass Cady von vornherein als „Bestie“ dargestellt wird, also für den Zuschauer niemals Zweifel an seinen Motiven bestehen. Um das noch zu betonen muss er in der Mitte des Films dann noch eine unbeteiligte Frau übel zurichten.

So bleibt trotz der sich gegen Ende durchaus beachtlich hochschaukelnden Spannung der fade Beigeschmack einer „Gesellschaftskritik von rechts“: Wenn man es genau nimmt, werden hier sogar Grundsätze wie die Unschuldsvermutung in Frage gestellt.

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