Captain Kronos - Vampirjäger


Originaltitel:
Captain Kronos - Vampire Hunter
Alternativtitel:
Kronos
Jahr:
1972
Eingetragen:
05.06.2010
Bearbeitet:
13.03.2011
IMDB-Wertung:
6,5/10

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Der strahlende Held
Der Dorfarzt Marcus (John Carson) ist besorgt über die seltsamen Vorkommnisse in seiner Gegend: Mehrere junge Mädchen sind innerhalb von Minuten zu alten Frauen geworden. Da er selbst keine Erklärung findet, bittet er seinen alten Freund Captain Kronos (Horst Janson – ja, genau der Horst Janson, den wir zehn Jahre später alle in der Sesamstraße bewundern konnten) um Hilfe. Dieser reist mit seinem Begleiter, dem buckligen Professor Grost, sofort an. Letzterer hat auch gleich eine Erklärung parat: Vampire. Zwar entspreche der „Tathergang“ nicht dem herkömmlichen Schema, aber es sei durchaus denkbar, dass es auch Vampire gäbe, die sich bei Sonnenlicht frei bewegen können, und sich alternativ ernähren.

Während Kronos sich mit einem unterwegs aufgegabelten Bauernmädchen (Caroline Munro) vergnügt, und wir ein wenig über seine Lebensgeschichte als Vampirjäger erfahren, gibt es bereits neue Opfer. Eines davon wird dreisterweise in einer Kirche überfallen und leergesaugt, ein anderes direkt vor den Augen ihres Verehrers.

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Eben sah die noch ganz gut aus...
Bei den Nachforschungen bekommt Dr. Markus versehentlich einen Tropfen Blut an den Mund. Infiziertes Blut, wie sich herausstellt. Bevor sich seine Verwandlung zum „Jugendsauger“ vollständig vollzieht, bittet er Kronos, ihn zu töten, da er nicht zum Monster werden will. Nur unter großen Schwierigkeiten gelingt dies, da die meisten üblichen Anti-Vampirmethoden wie der Holzpflock durchs Herz und Aufhängen als wirkungslos erweisen.

Diese sich lange hinziehende „Hinrichtung“ wird von den naiven Dörflern beobachtet, die daraufhin Kronos gegenüber nur noch wenig aufgeschlossen sind, da sie ihn für einen kaltblütigen Mörder halten. Bei Marcus' Beerdigung kommt es zur Auseinandersetzung mit dem Pöbel, der für Kronos' geübte Klinge natürlich keinen Gegner darstellt.

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Kneipenabschaum
Endlich findet Kronos die Quelle all dieser Todesfälle doch noch (dem Zuschauer war eh schon die ganze Zeit das meiste klar), und er konfrontiert den Obervampir, der sich rein zufällig auch als meisterlicher Fechtkämpfer erweist, und so kommt es zu einem langen, spektakulären Endkampf, den der Held mit Hilfe seiner heiligen Klinge für sich entscheiden kann.

Bei „Captain Kronos“ handelt es sich um eine relativ experimentelle Mixtur aus Mantel- und Degenfilmen und einer Abart des Vampirismus. Der Protagonist stellt sich selbst als ehemaliger Captain der britischen „imperialen Garde“ vor. Ansonsten ist abgesehen davon, dass er seine eigenen zu Vampiren mutierten Verwandten auf dem Gewissen hat, wenig über seinen Hintergrund bekannt. Diverse Quellen sprechen davon, dass er eigentlich ein Zeitreisender sein sollte, der in einer ganzen Serie (zu der es niemals gekommen ist) in den verschiendensten historischen Epochen Vampire bekämpfen sollte (köstlich!). Der Name würde dann auf jeden Fall passen...

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Bauernpöbel
Hervorzuheben ist aber nicht nur die Originalität der Themenmixtur, sondern auch das gelungene Spiel mit den Erwartungen des mittlerweile zu Vampirexperten mutierten Publikums: Tageslicht schränkt diese Art nicht ein, gegen Kreuze haben sie erstmal grundsätzlich nichts, und wie sie zu töten sind, weiß auch niemand so richtig.

Köstlich auch einige Einzelszenen. Bemerkenswert neben der Hinrichtung von Dr. Markus beispielsweise Kronos' Besuch in einer Kneipe, wo vom Bösen bezahlte Killer ihm das Leben schwermachen. Alles läuft genauso ab, wie man es aus einem Western kennt – nur eben mit Degen statt Revolvern.

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Stirb doch endlich!
Nicht sonderlich eingängig sind dagegen die Familienverhältnisse des Oberbösen. Öfters ist die Rede davon, wer denn nun zu Familie x oder y „von Geburt an“ gehört, nur fügt sich das auch nach zweimaligem Angucken immer noch nicht zu einem schlüssigen Bild zusammen. Vielmehr tauchen (scheinbare?) Widersprüche auf.

Ähnlich seltsam verhält es sich mit Kronos' „genialem Ablenkungsplan“, der darin besteht, eine Frau ins Haus des Bösen einzuschleusen. Wozu das überhaupt gut ist, ist bei genauerer Betrachtung völlig unklar. Es bringt eben diese Frau nur in Lebensgefahr, ohne jeglichen Nutzen zu verfolgen. Immerhin bringt es dem Zuschauer aber eine weitere spannende Szene ein...

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Diese Toupets waren Fehlkäufe...
Wer nun denkt, dass in solchen Filmen die Logik sowieso nicht immer stringent sein muss, der hat durchaus Recht. Den Spaß an diesem ironischen Pop-Spektakel können einem diese Löcher nicht verderben. Eher im Gegenteil: Sie tragen zum äußerst positiven Gesamtbild bei.

P.S. Es sei noch erwähnt, dass der Film erst 30 Jahre nach Erscheinen überhaupt auf Deutsch synchronisiert wurde. Horst spricht dabei sein jüngeres Alter Ego, und ironischerweise ist er die größte Schwachstelle dieser Synchronisation. In mehreren Szenen kippt seine Stimme in beinahe absurd quietschende Tonlagen. Keinen Bock gehabt? Oder zu viele „Heildämpfe“ inhaliert?

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