Straßen in Flammen
- Originaltitel:
- Streets of Fire
- Jahr:
- 1984
- Eingetragen:
- 05.08.2011
„Ein Rock'n'Roll-Märchen“ verkündet schon der Vorspann – und das trifft es bestens! Die Geschichte rund um Rocksängerin Ellen Aim (
Diane Lane), die aus ungenannten Motiven heraus während eines Benefizkonzerts von einer Bikergang (angeführt von
Willem Dafoe) entführt wird, und ihrem schmierigen Freund/Manager Billy Fish (
Rick Moranis), der Ellens Ex-Freund Tom Cody (
Michael Paré) und die arbeitslose Ex-Soldatin McCoy (
Amy Madigan) anheuert, Ellen (gegen gute Bezahlung) zu befreien, wandelt zwischen Irrelevanz und Schwachsinn. Stattdessen gibt es eine hochstilisierte und hochkünstliche Welt voller Musik zu bestaunen.
Ohne großes Vorgeplänkel kommt
Straßen in Flammen gleich richtig zur Sache: Diane Lane wirbelt playbacktechnisch unterstützt von der Stimme
Holly Sherwoods über die Bühne (die bösen Biker haben immerhin den Anstand, die erste Nummer des Konzerts komplett abzuwarten, bevor sie zuschlagen) und man könnte glauben, einen der besten Musikfilme aller Zeiten vor sich zu haben: Musik von keinem geringeren als
Jim Steinman (bekannt unter Anderem als der Kopf hinter sämtlichen Hits von
Meat Loaf), schnelle Schnittechnik wie in den besten Musikvideos und eine originelle Bildtechnik, die die Sängerin und ihre Mitstreiter in rote und blaue Farbtöne hüllt und das Publikum als wabernde, farblose Masse im Hintergrund darstellt. Die Fremdheit dieser Welt wird dabei unterschwellig durch Anachronismen transportiert: Mode aus den 50er Jahren, Bombastmusik der 70er/80er, eine verfallene Stadt, wie sie einem sonst eher aus dem Science-Fiction-Genre begegnet.
Ganz kann der Film diese Versprechen dann leider nicht einlösen. Zwar geht es schnell (kurzweilig), actionreich und unterlegt von guter Musik weiter, alles sehr ansprechend, aber der Glanz dieser ersten, von vorne bis hinten wirklich perfekt inszenierten Szene wird nicht mehr erreicht. Trotzdem kommt
Straßen in Flammen dem Ideal des perfekten Macho-Films schon sehr nahe – und das sogar ohne eine allzu muskelbepackte Kampfmaschine vom Typ
Schwarzenegger: Auch wenn die Rolle bei nüchterner Betrachtung doch sehr ähnlich angelegt ist, wirkt der zynisch-trockene Paré wirkt deutlich angenehmer .