Zeugin der Anklage


Originaltitel:
Witness for the Prosecution
Jahr:
1957
Eingetragen:
18.08.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
8,5/10

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Ein paar äußerst kleidsame Bermudashorts
Staranwalt Sir Wilfrid Robards (Charles Laughton), gerade von der Kur zurück und immer noch unter der strengen Aufsicht seiner Privatkrankenschwester (Elsa Lanchester), übernimmt gegen den Rat seiner Ärzte die Verteidigung Leonard Voles (Tyrone Power): Dieser soll seine wohlhabende Gönnerin Mrs. French (Norma Varden) ermordet haben, um das Erbe einzustreichen. Ein scheinbar hoffnungsloser Fall, denn zahlreichen belastenden Indizien steht einzig die Aussage von Voles Ehefrau Christine (Marlene Dietrich) entgegen, die zu schwören bereit ist, ihr Mann sei zum Tatzeitpunkt zu Hause gewesen.

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Die Zeugin der Anklage wird vereidigt
Da das jedoch keine sonderlich glaubwürdige Aussage ist und Sir Wilfrid befürchtet, die aus Deutschland stammende Christine könnte einem Kreuzverhör sprachlich nicht gewachsen sein, benennt er sie gar nicht erst als Zeugin. Trotzdem können der gewiefte Verteidiger und sein Kollege Brogan-Moore (John Williams) im Verlauf der Verhandlung immer wieder punkten und berechtigte Zweifel unter den Geschworenen und beim Richter (Francis Compton) streuen. Doch auch der Staatsanwalt (Torin Thatcher) hat noch eine Trumpfkarte: Völlig überraschend ruft er Christine auf – als Belastungszeugin.

Billy Wilder übernimmt die wendungs- und trickreiche Geschichte Agatha Christies und fügt sehr organisch einige amüsante Details und Nebenschauplätze hinzu. Somit wird Zeugin der Anklage zum beinahe perfekten Gerichtsfilm. Eine Schwäche kann jedoch auch Wilder nicht vermeiden: Die vielleicht entscheidendste Szene der Geschichte spielt sich an einem Londoner Bahnhof ab. Hier trifft Sir Wilfrid auf eine anonyme Informantin, die ihm Beweismaterial zukommen lässt. Lesend ist dies kein Problem, optisch ist das Potential, hier als Zuschauer schon zu viel verraten zu bekommen, recht groß. Lässt sich im Rahmen eines Filmes jedoch nicht besser machen; hier zeigen sich einfach strukturelle Probleme, die bei der Umsetzung von einem Medium in ein anderes nun mal auftreten können.

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