Die Verführung – Das fremde Mädchen


Originaltitel:
Die Verführung – Das fremde Mädchen
Jahr:
2011
Eingetragen:
28.08.2011
Bearbeitet:
27.03.2014
IMDB-Wertung:
5/10

Modezar Markus Schuster (Christoph M. Ohrt) lässt es sich in seiner Villa in Südfrankreich mit Freundin Victoria (Bettina Zimmermann) gutgehen. Victoria liest die Anhalterin Maniche (Xenia Assenza) auf; diese weiß nicht wohin und so kommt sie erstmal auf Victorias Wunsch bei den beiden unter, während Markus es nicht schnell genug gehen kann, sie wieder loszuwerden. Das verkehrt sich ins Gegenteil, als Markus langsam Gefallen an dem jungen attraktiven Mädchen findet, während Victoria sie logischerweise nun als Konkurrentin sieht. Doch tatsächlich ist es Maniche, die ihre ganz eigenen Pläne verfolgt und eben nicht ganz so zufällig hier aufgetaucht war, wie angenommen.

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Oha – ein fremdes Mädchen am Pool!

Wir befinden uns in den unoriginellen Untiefen deutscher Fernsehunterhaltung. Für Das fremde Mädchen („verführt“ wird während der gesamten Handlung eigentlich überhaupt niemand) ließ man sich deutlich beim französischen Kino inspirieren; im Speziellen dienten offensichtlich Ein mörderischer Sommer und Swimming Pool als Vorbilder.

Qualitativ kann diese Imitation aber mit keinem der beiden soliden Vorbilder mithalten: Die psychologischen Untiefen des mörderischen Sommers gibt es nicht, jede der zahlreichen „Wendungen“, die man natürlich meilenweit gegen den Wind riecht, macht die Geschichte nur noch lächerlicher und vor Allem absurder. Aus dem unheimlichen Nachbarn Kuhn (Jürgen Schornagel), der immer mit seiner Videokamera unterwegs ist, und über den das Gerücht umgeht, er habe seine Frau ermordet, hätte man vielleicht diesbezüglich etwas machen können, aber leider implodiert dann auch diese einzige kleine Grauzone. Stilistisch wurde versucht, einige Szenen aus Swimming Pool 1:1 nachzudrehen – sinnlos, war ja jener Film auch schon kein stilprägendes Originalitätswunder.

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Die Nachbarn vor ihrer Videosammlung

Was die eigenen erzählerischen Spannungselemente angeht, verpufft ebenfalls das Meiste. Exemplarisch seien die ersten beiden Einstellungen des Films genannt: Zuerst sieht man eine Leiche im Pool treiben, die einen auffälligen Bademantel trägt. Dieser Bademantel wechselt in der im Rückblick erzählten Geschichte häufiger mal die Hände, alle Hauptpersonen sind mal in ihm zu sehen. Man soll also denken, jeder dieser Charaktere könnte der Tote sein. Wird aber dann in der letzten Szene einfach ins Nichts aufgelöst – peinlich! Danach sieht man Victoria, wie sie sich auf der Toilette übergibt. Übliche Interpretation des filmclichéerfahrenen Zuschauers: Sie ist wohl schwanger. Später stellt sich eine andere Deutungsmöglichkeit heraus – die allerdings völlig lachhaft ist. Und die erstmal angenommene Schwangerschaft wird niemals erörtert oder spielt irgendeine andere Rolle. Beides also sinnentleert wie der gesamte Film. Über das Niveau der platten Korrelation der beiden „im Auto wird nicht geraucht"-Szenen kommt man nie hinaus.

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