20.000 Meilen unter dem Meer


Originaltitel:
20,000 Leagues Under the Sea
Jahr:
1916
Eingetragen:
09.09.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
7,2/10


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Ein Monster macht die Weltmeere unsicher. Professor Aronnax (Dan Hanlon) soll es aufspühren und ihm den Gar ausmachen. Auf der „Abraham Lincoln“ sticht er gemeinsam mit seiner Tochter (Adna Pendleton) in See. Was sie noch nicht wissen: Das „Monster“ ist in Wirklichkeit die Nautilus, ein von Kapitän Nemo (Allen Holubar) entwickeltes Unterseeboot, das er benutzt, um seine Rachegelüste gegen die Welt auszuleben. Die beiden Schiffe treffen schließlich aufeinander und der Kampf verläuft einseitig: Weder Harpunier Ned Land (Curtis Benton), noch Kanonenkugeln können der Nautilus etwas anhaben; diese macht die Abraham Lincoln im Gegenzug mit einer Rammattacke manövrierunfähig. Die Familie Aronnax sowie Land gehen über Bord und werden von Nemo aufgelesen. Die Gefangenen dürfen sich auf der Nautilus frei bewegen, sie jedoch nicht verlassen. Nemo zeigt ihnen eine unglaubliche Unterwasserwelt.

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Währenddessen stürzt ein Aufklärungsheißluftballon der US-Armee über einer unbekannten Insel ab. Lt. Bonds (Matt Moore) und seine Männer haben Glück: Die Nautilus kommt zufällig vorbei, Nemo hat Mitleid und lässt anonym eine Kiste voller Versorgungsgüter an den Strand treiben. Auch treffen die Soldaten auf eine Frau (Jane Gail) – anscheinend der einzige hier lebende Mensch.

Auf dem Festland plagen derweil Alpträume den ehemaligen Reeder Charles Denver (William Welsh). Er hatte vor vielen Jahren einen Skandal in Indien ausgelöst: Bei seinen Annäherungsversuchen war eine Prinzessin ums Leben gekommen. Deren Tochter (Lois Alexander) hatte er anschließend, damit sie nichts verraten kann, auf einer Insel ausgesetzt. Es zieht ihn mit seiner Jacht nun wieder an den Ort. Natürlich ist es die gleiche Insel und es kommt zum Showdown zwischen allen Parteien.

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Sehr viel Zeit im Mittelteil wird darauf verwendet, teilweise recht unspektakuläre Unterwasserszenen ausführlichst zu zeigen: schwimmende Fische, wabernde Pflanzen usw. Das ist schon verständlich, denn seinerzeit war die erfolgreiche Aufnahme von Unterwasserbildern allein bereits eine Sensation! Immerhin gibt es dann noch eine ganz nette Unterwasserjagd zu sehen.

Dass über die eigentliche Geschichte hinaus dann auch noch Elemente aus Vernes geheimnisvoller Insel mit eingebaut werden, ist dagegen eigentlich unnötig. Die Handlungsstränge kommen erst recht spät zusammen, lange muss man sich fragen, was diese anderen Dinge überhaupt sollen. Insbesondere ist das insofern unideal konstruiert, da das Geschehen auf der Insel rein für sich einfach bar jeden Interesses ist. Ein paar Typen treffen eine „Eingeborene“ – ja, na und? Erst, als dann noch Denvers Geschichte dazu kommt, ergibt das langsam Sinn, nur ist da schon viel Zeit scheinbar „unnütz verschwendet“ worden.

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Dabei hätte man die Zeit durchaus besser nutzen können: Professor Aronnax und seine Mitstreiter werden zu reinen Zuschauern degradiert. An Bord der Nautilus kommt es zu keinerlei Konflikten oder überhaupt irgendwas. Da wäre der Produktionsaufwand besser aufgehoben gewesen.

So ist diese Verfilmung eben leider nur noch von historischem Interesse, da sie zu wenig Handlung bietet (immerhin bemerkenswert im Rückblick ist diesbezüglich, dass es eine der wenigen Verfilmungen ist, in der Nemo tatsächlich ein Inder sein darf), sondern sich zu sehr darauf verlässt, die Zuschauer mit fortschrittlicher Filmtechnik zu beeindrucken. Und wie man weiß altert nichts so unvorteilhaft wie die gestrige Techniksensation.

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