Der Tod kommt zweimal


Originaltitel:
Body Double
Jahr:
1984
Eingetragen:
15.06.2010
Bearbeitet:
04.08.2010
IMDB-Wertung:
6,7/10

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Interessante Nachbarschaft
Ein Mann (Craig Wasson) beobachtet das Leben seiner Nachbarn durch ein Fernglas (Das Fenster zum Hof). Der Mann verfolgt/observiert eine Frau (Deborah Shelton) und wird völlig von ihr besessen (Vertigo). Der Mann kommt der Frau auf bizarre Art und Weise näher, doch kurz darauf stirbt sie (Vertigo): Sie wird von einem Würger überfallen, als sie gerade das klingelnde Telefon beantwortet (Bei Anruf Mord). Der Mann kann ihren Tod nicht verhindern und bekommt von den Untersuchungsbehörden zwar nicht die juristische, aber die moralische Verantwortung unterstellt (Vertigo). In tiefster Depression findet der Mann eine andere Frau (Melanie Griffith), die ihn an die Tote erinnert und ihn so ins Leben zurückholt, allerdings fantasiert er während ihrer Zusammentreffen immer wieder über die Frau, die er verloren hat (Vertigo). Im Finale wird von einer tödlichen Situation plötzlich zu einer harmlosen geschnitten (Der unsichtbare Dritte).

Was soll man also davon halten? Regisseur Brian DePalma zitiert nicht nur Hitchcock, dieser gesamte Film ist aus Versatzstücken bekannter Filme des Altmeisters zusammengesetzt. Klar, oberflächlig gibt es eine eigene Handlung, doch diese ist offensichtlich so konstruiert, möglichst viele der bekannten Filmmotive zu unterzubringen.

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„Böser“ kann man wohl kaum noch aussehen
Was sich seit Hitchcocks Zeiten geändert hat, ist primär die explizite Darstellung von Sex und Gewalt. Gegen die Brutalität dieses Mords (der äußerst gekonnt in die Länge gezogen wird) ist die Duschszene in Psycho nichts. Allerdings ist jene Brutalität genau wie in der Originalszene eingebildet, denn eigentlich sieht man überhaupt nichts. Und das der „Held“ ausgerechnet im Pornomilieu seine Nachforschungen anstellt, kommt dem weniger subtilen Voyeurismus der Zuschauer ebenfalls sehr zu Gute.

Gerettet vorm Abstieg in absoluten Kitsch wird Body Double durch die ironische (aber höchst respektvolle) Inszenierung. Dass die Hauptperson ausgerechnet ein erfolgloser Schauspieler ist, der sich mehr schlecht als recht mit billigen Horrorproduktionen durchschlägt, ist, sorgt für die eine oder andere witzige Szene. Spätestens, nachdem man den Mörder zum ersten Mal zu Gesicht bekommt, merkt man, dass Einiges hier eigentlich nicht stimmen kann: Einen dermaßen übertrieben „verdächtigen“ Charakter hat man nur selten erlebt. Und um selbst da noch einen Draufzusetzen, bekommt man am Ende den „Trick“ des Ganzen nochmal explizit vorgeführt. Sehenswert.

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