Verhängnisvolle Reise


Originaltitel:
Sherlock Holmes in Washington
Jahr:
1943
Eingetragen:
24.09.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
7/10

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Gutgelaunte Fahrgäste und Sklave
Auf dem Weg nach Washington wird John Gregson, Angestellter einer Londoner Versicherungsgesellschaft, aus dem Salonwagen eines Zuges entführt. Hinter der Bande (Henry Daniell, Jospeh Calleia) steckt ein Deutscher (George Zucco), der von Gregsons wahrer Identität wusste: Tatsächlich reiste der Detektiv Pettibone unter einem falschen Namen, um möglichst unauffällig geheime Dokumente eines neuen Arzneimittels zu transportieren. In hoher Konzentration könnte dieses Mittel auch als hochwirksames Gift verwendet werden.

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Kombiniere: Der Träger des Mantels ist um exakt 12:54 Uhr in Lagerhaus D gestorben – unverkennbare Partikel im Gewebe!
Professor Ahrens (Holmes Herbert) von der Pharmafirma zieht Holmes (Basil Rathbone) und Watson (Nigel Bruce) hinzu. Sie reisen nach New York – dort erwartet sie in ihrem Hotelzimmer bereits Pettibones Leiche, die die Bösewichte ihnen in einem Schrankkoffer geschickt haben. Doch der Meisterdetektiv lässt sich nicht abschrecken und versucht, das Verbrechen im originalen Salonwagen zu rekonstruieren. Es erscheint klar, dass Pettibone die Unterlagen entweder dort versteckt oder einem anderen Fahrgast zugesteckt haben muss – evtl. ohne dessen Wissen. Heiße Kandidaten sind Senator Babcock (Thurston Hall) und Nancy Partridge (Marjorie Lord), mit denen er jeweils kurz interagiert hatte.

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Die Reise droht verhängnisvoll zu werden
Die Kriegspropaganda tritt nach den vorigen beiden Holzhammerfilmen langsam wieder in den Hintergrund: Der Oberböse hat einen halbwegs Deutsch klingenden Namen und in der Schlussszene wird nochmal eine kleine pathetische Rede zum „Wert der Freiheit“ gehalten, die in der deutschen Version ohnehin verlustlos rausgeschnitten wurde. Das tut dem Drehbuch gut: Es geht wieder mehr um die Lösung eines vertrackten Kriminalfalls und das ist es ja eigentlich auch, was man primär von Sherlock Holmes sehen möchte. Viel dreht sich um die immer wieder um einen Gegenstand, der scheinbar zufällig immer wieder die Hände wechselt. Der moderne, krimierfahrene Zuschauer weiß soetwas natürlich zu interpretieren...

Langsam kristallisiert sich nun auch eine gewisse Konstanz in der Besetzung der Reihe (neben Rathbone und Bruce) heraus: Daniell und Zucco sind beispielsweise bereits in früheren Filmen aufgetreten – nur in anderen Rollen. Zucco war beispielsweise Moriarty im Abenteuer des Sherlock Holmes. Dass er hier einen anderen Bösewicht spielt, ist eigentlich egal, denn die Rolle ist ohnehin ähnlich. Etwas gewöhnungsbedürftig ist dagegen Daniell in einer ungewohnt fiesen Rolle. Negativ heraus sticht jedoch einmal mehr Nigel Bruce als Dr. Watson: Noch mehr als zuvor wird er zur reinen Witzfigur degradiert, die nur dazu da ist, einige „kulturelle Unterschiede“ zwischen Cliché-US-Amerikanern und Cliché-Briten hervorzuheben.

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