Der Fremde im Zug


Originaltitel:
Strangers on a Train
Jahr:
1951
Eingetragen:
13.10.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
8/10

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Tennisprofi Guy Haines (Farley Granger) ist auf dem Weg in seine Heimatstadt. Er möchte dort die Scheidung von seiner Frau Miriam (Kasey Rogers) offiziell machen. Im Zug wird er von Bruno (Robert Walker) angesprochen. Für Guy ist es nichts Außergewöhnliches, dass Fremde ihn erkennen und so vermutet er einen Fan. Die beiden kommen ins Gespräch. Bruno weiß bestens über Guys Eheprobleme und seine Bande zu der Politikertochter Anne (Ruth Roman) Bescheid. Er erzählt Guy von einem Plan, den er entwickelt hätte: Man könne das perfekte Verbrechen begehen, wenn zwei scheinbar Fremde „ihre“ jeweiligen Morde tauschten; jeder bringe die ungeliebte Person des anderen um. Da die Täter in keiner Verbindung zu den Opfern standen und kein Motiv hatten, sei man sicher. Guy hält dies für einen Scherz und bestätigt in entsprechendem Tonfall, er halte dies für eine gute Idee.

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Miriam hat es sich mittlerweile anders überlegt: Da Guy gut verdient, will sie sich nicht mehr scheiden lassen. Darüber hinaus ist sie schwanger von einem anderen Mann – auch dieses Kind will sie Guy unterjubeln. In seiner Verärgerung lässt Guy sich zu der Äußerung hinreißen, er könne Miriam umbringen. Zwar meinte er das selbstverständlich nicht wörtlich, doch Bruno hat die Diskussion der beiden im Zug sehr wohl ernst gemeint und genommen: Er verfolgt Miriam und ihre Verehrer in einen Vergnügungspark und erwürgt sie. Damit sieht er seinen Teil der „Abmachung“ erfüllt und erwartet nun, dass Guy im Gegenzug den ihm verhassten Vater umbringt. Als ihm klar wird, dass Guy keinerlei solche Absichten hegt, mischt er sich erst in Guys Leben ein und versucht schließlich, die Indizien von Miriams Mord so zu manipulieren, dass sie auf Guy hinweisen, der ja immerhin ein nicht zu leugnendes Motiv hatte...

Der „heimliche Star“ des Films ist natürlich Robert Walker, der als Bruno nicht nur intelligenter, sondern trotz seines offensichtlichen Wahnsinns auch noch sympathischer rüberkommt als sein „Opfer“ (Guy). Der Film ist so voller hervorragender Szenen, dass es deutlich einfacher ist, stattdessen den einen „Konstruktionsfehler“ zu nennen: Am Ende will Bruno Guys Feuerzeug dort platzieren, wo der Mord stattgefunden hat. Guy möchte das natürlich verhindern, er hat jedoch ein Tennismatch, das er entsprechend schnell zu Ende bringen müsste, um Bruno noch aufhalten zu können. Also versucht er, seinen Gegner möglichst schnell zu besiegen – was misslingt. Damit geht er ein unglaubliches und vor allem völlig unnötiges Risiko ein: Wieso verliert er nicht einfach absichtlich in drei Sätzen? Tja, was soll's? Trotzdem einer der besten Filme Alfred Hitchcocks!

Kommentare

Patrick (30.06.2015 12:22)

Zu dem Filmfehler mit dem Tennisspiel. Sehr richtig! Das gleiche passiert übrigens bei James Bond in "Liebesgrüße aus Moskau", wo Kronsteen das Schachspiel schnell gewinnen soll, um sich bei Blofeld zu melden. Verlieren wäre viel schneller gegangen (im Buch wird es noch deutlicher).


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