Ich beichte


Originaltitel:
I Confess
Jahr:
1953
Eingetragen:
14.10.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
7,3/10

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Otto Keller (O.E. Hasse) hat Vilette (Ovila Légaré) umgebracht. Er beichtet Priester Michael Logan (Montgomery Clift), der Keller und seiner Frau (Dolly Haas) Unterschlupf und Arbeit gegeben hat, die Tat. Da er an das Beichtgeheimnis gebunden ist, kann er Inspektor Larrue (Karl Malden) keinen Tipp geben. Selbst dann nicht, als er selbst ins Visier der Fahnder gerät.

Denn: Vilette war gar kein besonders guter Mensch. Er erpresste Ruth (Anne Baxter), die Logan vor dem Krieg hatte heiraten wollen. Nach dem Krieg, während dem sie einen anderen Mann (Roger Dann) geheiratet hatte, traf sie sich noch einmal mit Logan. Die beiden mussten sich in einer Gartenlaube unterstellen und dort die Nacht verbringen. Zwar war dort nichts weiter passiert (beide blieben angezogen), aber Vilette drohte mit Enthüllung dieses „unschicklichen Verhaltens“ (man merkt dem Film sein Alter an...).

Da Keller auf der Flucht vom Tatort eine Priesterkutte trug, eben jene Geschichte Logan ein Motiv gibt und er auch kein Alibi für die Tatzeit vorzuweisen hat, wird er schließlich vor Gericht gestellt. Doch unabhängig vom Urteil der Geschworenen: Die Gesellschaft hält ihn bereits für schuldig.

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Ein relativ schwacher Film Alfred Hitchcocks. Das liegt zum einen an der überfrachteten Geschichte: Kellers Schicksal und Taten tauchen nur am Anfang und am Ende auf, dazwischen verschwindet er völlig von der Bildfläche. Der in diesem Mittelteil erzählte Geschichte Logans und Ruths ist dann beinahe schon lachhaft; selbst für dir 50er Jahre ist es kaum vorstellbar, dass es tatsächlich so skandalträchtig wäre, wenn eine verheiratete Frau und ein alter Bekannter, der darüber hinaus kurz davor stand, katholischer Priester zu werden, einmal eine Nacht im gleichen Raum verbracht haben.

Dazu kommt Clift, der den gesamten Film mit einem einzigen stoischen-uninteressierten Gesichtsausdruck bestreitet. Insbesondere die Szene, in der er Keller anscheinend drohend anschauen soll (aber eben aussieht wie immer), sorgt dadurch eher für einen unfreiwilligen Lacher. Die völlig eindimensionale Konstruktion der Rolle (extremst perfekt und unbefleckt) macht das nicht besser.

So bleiben nur wenige wirklich interessante Momente. Die Rolle von Ruths Ehemann zeigt ein wenig Potential. Ebenso vielleicht noch Kellers Frau, die langsam ein schlechtes Gewissen bekommt. Aber alles zu wenig.

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