Die rote Lola


Originaltitel:
Stage Fright
Jahr:
1950
Eingetragen:
16.10.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
7,1/10

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Charlotte Inwood leidet – aber weniger wegen des Tods ihres Mannes
Jonathan (Richard Todd) bittet seine Eve (Jane Wyman), die von einer Schauspielkarriere träumt, um Hilfe: Er ist auf der Flucht vor der Polizei, die ihn des Mordes verdächtigt. Eve, unglücklich in Jonathan verliebt, willigt ein. Auf der Autofahrt aufs Land zu ihrem Vater, wo Jonathan eine Weile untertauchen soll, gewährt er ihr endlich Einblick, was passiert ist. Die erfolgreiche Schauspielerin Charlotte Inwood (Marlene Dietrich), wiederums Jonathans heimliche Liebe, sei bei ihr aufgetaucht; sie hätte ihren Mann in Notwehr erschlagen und benötige Jonathans Hilfe, ein zurückgebliebenes Beweismittel vom Tatort zu entfernen. Bei dieser Aktion sei er natürlich gesehen worden und sei damit nun dringend tatverdächtig.

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Eve incognito
Eves Vater (Alastair Sim) kommt die ganze Sache schonmal spanisch vor. Insbesondere das fragliche Beweisstück, ein blutverschmiertes Kleid, sieht für ihn sogar absichtlich präpariert aus. Eve weiß das zu interpretieren: Charlotte nutze den armen Jonathan nur aus. Sie schleicht sich als Haushaltsaushilfe getarnt in den Haushalt Charlottes ein, um die Wahrheit zu erfahren. Dabei gerät sie wiederum jedoch in einen Gewissenskonflikt bezüglich des netten Inspektor Smith (Michael Wilding), der natürlich nichts von ihrem doppelten Spiel erfahren darf.

Mal wieder amüsante Thrillerkost von Alred Hitchcock. Jeder betrügt hier eigentlich jeden, niemand sagt die Wahrheit (oder enthält den anderen zumindest einen Teil der Wahrheit vor). Das geht so weit, dass die Zuschauer am Ende schmerzlich vor Augen geführt bekommen, dass Rückblenden, sofern sie auf Erzählungen von Charakteren beruhen, ebenfalls nicht zuverlässig sein müssen. Was wohl seinerzeit zu großen Kontroversen geführt hat; aber wieso hätte Hitchcock auch das, was sich Agatha Christie bereits in den 20er Jahren nach dem Erscheinen von Alibi anhören musste, auch erspart bleiben sollen? Ein Lernprozess scheint in den 25 Jahren bei den Konsumenten und Kritikern nicht stattgefunden zu haben. Die Hoffnung bleibt, dass in den letzten 60 Jahren die Menschen etwas abgebrühter geworden sind, und sich nicht mehr so leicht der Illusion einer objektiven Erzählung hingeben...

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