Accident - Zwischenfall in Oxford


Originaltitel:
Accident
Jahr:
1967
Eingetragen:
31.10.2011
Bearbeitet:
12.12.2011
IMDB-Wertung:
7,1/10

Gleich zwei Oxforder Collegeprofessoren befinden sich in der tiefsten Midlife-Crisis und doch sind die beiden Kollegen dabei sehr unterschiedlich. Während Charley (Stanley Baker) dermaßen offen eine Affäre mit der österreichischen Studentin Anna (Jacqueline Sassard) pflegt, dass selbst seine eigene Ehefrau (Ann Firbank) Bescheid weiß, ringt Stephen (Dirk Bogarde) mit seinem Alterungsprozess. Seine Frau Rosalind (Vivien Merchant), die gerade wieder hochschwanger ist, liebt er wirklich – oder ist es nur die Erinnerung an frühere gemeinsame Zeiten, nach denen er sich sehnt? In ähnliche Richtung geht sein intimes Wiedersehen mit Francesca (Delphine Seyrig).

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Doch eigentlich ist es ebenfalls Anna, die es auch ihm angetan hat. Die schweigsame Schöne ist offiziell mit dem gutbetuchten Kommilitonen William (Michael York) liiert. Den will sie sogar heiraten, jedoch scheint auch das eher aus Berechnung zu sein. William ahnt währenddessen von alledem überhaupt nichts.

Wie es für ihn ausgehen wird, weiß der Zuschauer aufgrund der angewandten Erzähltechnik: Es beginnt alles mit dem aufgrund des Titels zu erwarteten Autounfall, den Anna physisch unbeschadet überlebt, bei dem William jedoch weniger Glück hat. Dann folgt eine lange Rückblende und noch ein kurzer Epilog.

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Stephen sucht primär seine eigene, scheinbar verlorene Jugend (Cliché)

Der Stoff bietet einige interessante Szenen, allerdings wird stellenweise zu sehr (und künstlich) auf „anspruchsvoll“ gemacht: Wenn lange Zeit praktisch überhaupt nichts passiert, ist das noch lange nicht automatisch hohe Kunst. Gerade Williams Rolle ist recht undankbar, da nur sehr wenig ausgearbeitet; so fällt es einem schwer, die Tragik in seiner naiven Opferrolle zu sehen. Letztlich fast ebenso objektifiziert ist Anna, die nur den beiden Professoren eine Reflektionsebene bietet und erst im letzten Drittel vorsichtig eigene Züge entwickelt. Die beiden männlichen Hauptrollen sind dagegen in ihren Gegensätzen ganz gut gelungen: Insbesondere Stephen ist in seiner Zerrisenheit und seiner letztendlichen Kapitulation gegenüber sich selbst und seinen Wertvorstellungen sehr realistisch. Zu einem runden Abschluss kommt es dann immerhin wieder.

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