Animal Women - Animalische Frauen


Originaltitel:
Pets
Jahr:
1974
Eingetragen:
17.11.2011
Bearbeitet:
01.07.2012
IMDB-Wertung:
6,1/10

„In jeder Frau steckt ein Tier“, behauptet der Film reißerisch… als Beleg hierfür macht es sich der Film zur Aufgabe, ein paar Vertreterinnen dieser Spezies beispielhaft vorzuführen. Allen voran die junge Bonnie (Candice Rialson), die etwas ziellos durch Leben treibt. Sie trifft die Prostiruierte Pat (Teri Guzman) mit der sie gleich mal einen Lustmolch mittleren Alters (Brett Parker) ausraubt. Pat macht sich allerdings alleine mit der Beute davon, denn sie ist der Meinung, Bonnie sei zu schwach und feige.

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Bonnie „vergewaltigt“ Dan – der hätte auch ohne Fesseln mitgemacht

Wieder den Sinn des Lebens suchend kommt sie als nächstes bei der Malerin Geraldine (Joan Blackman) unter. Die sucht ohnehin gerade ein Model – wobei durchaus auch ein Platz in ihrem Bett für Bonnie vorgesehen ist. Hier lässt es sich für Bonnie erstmal gut aushalten, doch auf Dauer wird ihr langweilig: Als sie einen Kleingauner (Matt Green) verführt und die eifersüchtige Geraldine diesen erschießt, flüchtet sie aus dem Haus.

Gut, dass sie gerade Galeriebesitzer Victor (Ed Bishop), einen guten Kunden Geraldines, kennengelernt hatte, der ebenfalls Interesse zeigte. Er überhäuft sie mit Geschenken und lädt sie auf seinen abgelegenes Landsitz ein. Der dortige Keller beherbergt seinen Privatzoo: Ausschließlich weibliche Tiere, wie er stolz klarstellt, denn es liege schließlich in der Natur der Frauen, dass Männer sie zähmen müssten; es müsse ihnen ihr Platz gezeigt werden usw. usf. Bei Bonnie, wohl etwas beschränkt, klingelt noch nichts, so dass sie sich recht leicht selbst in einen Käfig verfrachten lässt. Doch Vincent hat damit immer noch nicht genug: Er sieht in Geraldine die „ultimative Herausforderung“, möchte auch sie „besitzen“. Mit dem Versprechen, Bonnie (deren Training nun bereits abgeschlossen ist) wiedersehen zu können, lockt er auch die selbstbewusste Frau, die mit Männern eigentlich gar nichts anzufangen weiß, in sein Haus…

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Geraldine und ihr „Model“

Man muss die 70er Jahre einfach lieben: Während heutzutage knackige Darstellerinnen immer „Gründe“ und „Charaktermotivation“ dafür wollen sich auszuziehen, konnte man damals einfach ohne Sinn und Verstand mal ein paar grenzwertige Softcoreszenen (die Hauptdarstellerin ist sich für nichts zu schade) reinschneiden und das verhinderte noch nicht mal, dass bekannte Darsteller in prominenten Rollen im gleichen Machwerk auftraten. Jetzt darf man sich von Ed Bishops Auftritt nicht täuschen lassen: Es handelt sich bei Animal Women aufwandstechnisch maximal um eine C-Produktion; die erste Episode, die scheinbar gar kein Ende nehmen will, in der aber einfach überhaupt nichts passiert, zeigt das mehr als deutlich (Zeit füllen).

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Vincent macht sich bereit, die zweite Insassin des Käfigs zu rekrutieren

So richtig interessant wird es dann tatsächlich auch erst mit dem gutgelaunten Auftauchen Bishops. Das alle drei Abschnitte des Films verbindende Motiv soll wohl sein, dass immer ein dominanterer Charakter Bonnie versucht zu „als Haustier zu besitzen“. Unterschreiben kann man das jedoch nur für Geraldine und Vincent; Pat war ja gerade her auf der Suche nach einer gleichberechtigten Partnerin für ihre Gaunereien.

Aber was soll's? Das köstliche letzte Drittel entschädigt den Zuschauer dann für vorher erlittene Durststrecken, und obwohl ganz am Ende durchaus mal eine Peitsche herausgeholt wird, ist es bei weitem nicht so brutal oder sexuell explizit, wie man vielleicht bei einer solchen Handlung (und nach einem solchen bisherigen Film) denken könnte. Spätestens das Ende trieft dann von einer Ironie, die einen so manche Schwäche verzeien lässt.

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