Dracula


Originaltitel:
Dracula
Jahr:
2002
Eingetragen:
17.12.2011
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
4,2/10

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Harker ist in den Karpaten nicht willkommen
Nach dem Fall des „eisernen Vorhangs“: Jonathan Harker (Hardy Krüger Jr.) und Quincy Morris (Alessio Boni) sehen in Osteuropa die Gelegenheit, mit Immobiliengeschäften reich zu werden. Ein Kunde steht bereits vor der Tür ihrer Budapester Niederlassung: Vladislav Tepes (Patrick Bergin), ein Abkömmling eines uralten Adelsgeschlechts, will für seinen Onkel ein Anwesen kaufen. Harker soll zwecks Vertragsabschluss in die Karpaten fahren. Nach einer beschwerlichen Reise kommt er im Schloss den Grafen Tepes (ebenfalls Bergin) an. Zwar ist er von dessen Reichtum beeindruckt, doch meldet sich schließlich sein Gewissen: Es ist deutlich, dass der Reichtum der Familie über Generationen durch Raub, Eroberung und Mord zusammengekommen ist. Doch damit nicht genug: Er ist Tepes' Gefangener.

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Tepes sr. steckt ihn in eine sichere Zelle
Währenddessen bandelt in Budapest Tepes jr. mit Lucy Westenra (Muriel Baumeister), der besten Freundin von Harkers Verlobter Mina Murray (Stefania Rocca), an. An dieser hat eigentlich auch Dr. Seward (Kai Wiesinger), der Leiter einer Nervenheilanstalt, Interesse, der jedoch gerade beruflich eine Menge um die Ohren hat. Für den Fall seines Insassen Renfield (Brett Forest) zieht er den weltbekannten Experten Dr. van Helsing (Giancarlo Giannini) hinzu. Lucy verfällt zum Leidwesen Sewards und ihrem dritten Verehrer Arthur Holmwood (Conrad Hornby) Dracula (Überraschung!) immer mehr.

Harker kann schließlich doch noch aus dem Karpatenschloss entfliehen. Schließlich kommt es, wie es kommen muss: Endkampf mit Dracula in Budapest.

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Tepes jr. findet Lucy lecker
Völlig ohne Sinn und Verstand werden völlig unterschiedliche Zeitalter durcheinandergeworfen: In dieser „Gegenwart“ tragen seltsamerweise immer wieder Leute viktorianische Kostüme und es gibt auch (unmotivierte) fakelbewehrte Lynchmobs. Mit den Charakteren steht es nicht viel besser: Zwar weiß Harker nach seinen Erlebnissen auf dem Schloss ja eigentlich über alles Bescheid, erzählt aber niemandem davon. Gut, er glaubt, dass das alles zu unglaublich ist. Jedoch sieht er dann doch, was mit Lucy passiert – was ihn nicht dazu veranlasst, irgendetwas zu tun.

Engültig unklar wird es jedoch bei Draculas Rolle(n). Sollen die beiden Herren Tepes ein und der selbe sein? Darauf läuft es am Ende hinaus. Doch warum reist der dann bitte dauernd hin und her? Warum sieht er mal jung und mal alt aus (ein Zusammenhang mit seinem Blutkonsum kann nicht hergestellt werden)?

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Das bekommt ihr schlecht
Neben fehlender Handlungslogik gibt es auch filmisch nicht viel Gutes zu vermelden. Zentrale Szenen (wie beispielsweise Renfields Selbstmord) werden einfach überhaupt nicht gezeigt, sondern nur von ihnen erzählt. Immer wieder muss man wirre Monologe verschiedener Charaktere über sich ergehen lassen. Und die Dialoge sind auch nicht besser: Wenn Dracula beispielsweise in einer Szene in seinem Schloss extremst homosexuell rüberkommt, scheint das nicht etwa beabsichtigt zu sein, um der alten Geschichte irgendeine neue „Wendung“ zu geben, sondern eher ein Produkt eines besonders schwachen Drehbuchs. Schade, denn die meisten Darsteller sind sogar ganz brauchbar (dies bezieht sich explizit nicht auf Krüger, der für zahlreiche unfreiwillig komische Momente sorgt).

Passenderweise endet es dann damit, dass die Helden in Zukunft nur noch in der „zivilisierten“ (westlichen) Welt investieren und arbeiten wollen, nicht mehr im „rückständigen“ Osteuropa. Unnötige Plattheiten wohin man auch schaut.

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