An einem trüben Nachmittag


Originaltitel:
Seance on a Wet Afternoon
Jahr:
1964
Eingetragen:
03.01.2012
Bearbeitet:
02.06.2012
IMDB-Wertung:
8,1/10

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Billy ist kein gebohrener Entführer
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Stilechter Erpresserbrief inklusive Haarsträne
Myra (Kim Stanley) und Billy Savage (Richard Attenborough) haben den Schock der Totgeburt ihres Sohnes nie verwunden. Insbesondere Myra, die sich einbildet, ein Medium zu sein und mit ihm reden zu können. Ihrem neuesten Hirngespinst hat der schwächliche Billy nichts entgegenzusetzen: Myra möchte als Medium dadurch berühmt werden, dass sie einen spektakulären Kriminalfall mittels ihrer „übersinnlichen Fähigkeiten“ aufklärt. Doch woher einen solchen nehmen?

So muss Billy ran und die kleine Amanda Clayton (Judith Donner) entführen. Amanda erzählen die beiden, sie sei in einer Klinik und es bestehe kein Grund zur Sorge. Ihren Eltern (Mark Eden und Nanette Newman) stellen sie dagegen eine Lösegeldforderung zu. Gleichzeitig nimmt Myra Kontakt mit ihnen auf und bietet ihre „Fähigkeiten“ zur Suche nach Amanda an. Schließlich kommt Mrs. Clayton tatsächlich zu einer ihrer Séancen. Myra scheint am Ziel, doch dadurch verliert sie sich nur noch mehr in ihrer selbsterschaffenen Welt: Billy bekommt langsam Zweifel, ob Myra Amanda jemals wieder lebendig gehen lassen möchte…

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Myra spricht mit den Toten
Der braucht sehr lange, um in Gang zu kommen. Eine halbe Stunde lang „passiert“ erstmal gar nichts: Myra und Billy schauen sich „Arthurs“ altes Zimmer an und führen leise Gespräche, deren Bedeutung erst viel später klar wird. Der „Plan“ wird niemals so explizit ausgesprochen, der Zuschauer darf sich die Details zu Mitteln und Zweck selbst erschließen.

„Mittel und Zweck“ sind jedoch auch die Themen bezüglich derer es zwischen Myra und Billy immer wieder zu Konflikten kommt. Es ist den beiden durchaus bewusst, dass das, was sie tun, sehr falsch ist. Billy kann sich gegen seine dominante Frau jedoch nicht behaupten. Jedoch sieht er auch die akuten Probleme kommen: Die Polizei wird natürlich auf Myra aufmerksam, was angesichts des entführten Kindes in ersten Stock nicht ideal ist. Doch er steht auch diesen Entwicklungen hilflos gegenüber.

Spannend wird die Sache damit allemal. Übersinnlichen Grusel sollte man jedoch trotz des Titels keinesfalls erwarten: Daran, dass Myras Kontakt zu der Welt der Toten nur eingebildet ist, besteht von Anfang an kein Zweifel.

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