Ein Fisch namens Wanda


Originaltitel:
A Fish called Wanda
Jahr:
1988
Eingetragen:
09.01.2012
IMDB-Wertung:
7,6/10

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Der geplante Juwelenraub klappt (fast) wie geplant, doch abgesehen von treudoofen Stotterer Ken (Michael Palin) versuchen sich alle Beteiligten gegenseitig hereinzulegen. So verpfeifen Wanda (Jamie Lee Curtis) und Otto (Kevin Kline) den Kopf der Bande, George (Tom Georgeson). Jener hat jedoch zur Überraschung aller die Beute woanders versteckt als abgesprochen. Nun hat jeder nur einen Teil der Mittel, um sich der Beute zu bemächtigen: George weiß, wo sie liegt, sitzt aber im Gefängnis; Ken hat einen Schlüssel, weiß aber nicht genau wofür; und Wanda und Otto müssen nun wohl oder übel nochmal so tun, als seien sie auf Georges Seite.

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Eheleben
Wanda versucht, über Georges verklemmten Anwalt Archie Leach (John Cleese) an die Informationen zu kommen. Der hat angesichts seines eingefahrenen, lieblosen Familienlebens (Maria Aitken und Cynthia Cleese) den offensiven Annäherungsversuchen der selbstbewussten Amerikanerin nichts entgegenzusetzen. Der beschränkte Otto, der sich als Wandas Bruder ausgibt, hat mit diesem Vorgehen jedoch eifersuchtstechnisch einige Probleme. Währenddessen versucht Ken in Georges Auftrag, eine ältliche Zeugin (Patricia Hayes), die ihn identifizieren könnte, aus dem Weg zu räumen…

Es ist doch schön, wenn ein Film auch mal völlig zurecht Erfolg hat. Dabei ist die Gauner- und Liebeskomödie gar nicht mal so originell; einzig, dass Leach nicht in seinem verklemmten britischen Wesen verharrt, sondern (Cleese-untypisch) sogar zum Akteur wird, ist überraschend. Davon abgesehen gibt es einfach eine recht althergebrachte, aber bis ins letzte ausgefeilte Handlung, die bis in die Details perfektioniert wurde.

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Ganz im Gegensatz dazu: Otto und Wanda
So bekommt jede der Figuren irgendeine Macke, die teilweise deutlich überzeichnet werden, aber nicht – und das ist der entscheidende Unterschied, der Ein Fisch namens Wanda von plumpen Möchtegernkomödien abhebt – reiner Selbstzweck. Sie greifen so ineinander, dass eine ganz eigene Handlungsdynamik entsteht. So wirkt der Fortgang immer logisch nachvollziehbar, so absurd es teilweise bei genauerer Betrachtung auch werden mag.

Am besten, da noch am simpelsten, ist das an Kens Figur erklärt: Er hat zwar keine Skrupel, Menschen umzubringen, ist jedoch ein Tierliebhaber. Seinen Versuchen, die Zeugin zu eliminieren, führen jedoch immer nur dazu, dass ein weiterer ihrer Hunde umkommt. Ken leidet also (zur Freude der Zuschauer), worüber Otto sich nur lustig macht – bis sein (menschliches) Ziel dann doch auf unerwartete Weise aus dem Weg geräumt wird. Das ist schwarzer Humor, der sich organisch aus der Handlung ergibt. Und so bekommen herrlich böse alle Beteiligten ihr Fett weg. Gerade dass niemand ausgespart wird, macht die Sache dann wieder sympathisch.

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