Dotterbart


Originaltitel:
Yellowbeard
Alternativtitel:
Monty Python auf hoher See
Jahr:
1983
Eingetragen:
10.01.2012
Bearbeitet:
29.01.2012
IMDB-Wertung:
6,1/10

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Erstes Treffen zwischen Vater und Sohn
Der berüchtigte Pirat Dotterbart (Graham Chapman) wird gefasst und eingesperrt. Nun neigt sich 20 Jahre später seine Strafe dem Ende zu und er hat immer noch Niemandem verraten, wo er seine Beute versteckt hat. Clement (Eric Idle), der Chef des englischen Geheimdienstes, überredet deshalb die Königin (Peter Bull), ihm weitere 140 Jahre Haft aufzubrummen.

Wie geplant flüchtet Dotterbart daraufhin. Seine Frau (Madeline Kahn) hat die Schatzkarte zwar vernichtet, sie jedoch (ohne dessen Wissen) ihrem gemeinsamen Sohn Dan (Martin Hewitt) kurz nach der Geburt auf dem Hinterkopf tätowiert. Dotterbart lässt sich erweichen, ihn nicht sofort zu köpfen, sondern gemeinsam mit Dan sowie dessen Adoptivvater (Peter Cook) und Dr. Gilpin (Michael Hordern) die Schatzsuche anzutreten.

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Der „blinde“ Pew kassiert ab (denkt er)
Über Umwege kommen sie alle auf die eine oder andere Art an Bord des Schiffs des gnadenlosen Captain Hughes (James Mason), auf dem dann zwei Verschwörer (Peter Boyle und Marty Feldman), die ebenfalls hinter dem Schatz her sind, eine Meuterei anzetteln, aus der Dan als „Kapitän“ hervorgeht. Schließlich erreichen sie die Schatzinsel, auf der spanische (französisch sprechende?) Gouverneure (Cheech & Chong) es sich gut gehen lassen – allerdings ist ihnen auch Clement noch hart auf den Fersen…

Selten gab es ein derartiges „Who is Who“ des britischen und amerikanischen Comedygenres: Neben all den Erwähnten geben sich auch noch John Cleese (als geschäftstüchtiger „Blind Pew“), Kenneth Mars, Spike Milligan und David Bowie die Ehre. Doch das Drehbuch… das Drehbuch!

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Land in Sicht!
Der Humor beschränkt sich größtenteils auf das Niveau, dass beispielsweise Dotterbart alles und jeden sofort entweder umbringen und vergewaltigen will. Oder auch, dass alle möglichen Seeleute versuchen, unter mehr als offensichtlichen Vorwänden (Verkleidungen, in Kisten verpackt usw.) Frauen an Bord des Schiffes zu schmuggeln, was der Kapitän allesamt entdeckt und verbietet – allerdings selbst mit „Mr. Prostitute“ (Greta Blackburn) einen auffällig feminin anmutenden Offizier dabei hat.

Humor gegen die „political correctness“ ist zwar prinzipiell zu begrüßen, aber so richtig hat man sich dann wohl doch nicht getraut. Denn: Ob nun Dotterbart selbst, James Masons Kapitän oder auch Cheech & Chong als selbstherrliche Gouverneure sind allesamt negative Charaktere, denen solche Charaktermerkmale angedichtet werden. Zwischen all diesen (wenn man ehrlich ist) schrecklichen Charakteren wird dann aber mit Dan eine „positive“ Identifikationsfigur gesetzt, die völlig unnötigerweise klassische Pfadfindermoral aufrecht erhält, so dass sein Vater Dotterbart auch größtenteils nur davon reden darf, zu foltern, morden, plündern und vergewaltigen. Zum Kotzen!

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Das neue Folterwerkzeug muss gleich mal ausprobiert werden
Dazu kommen dann zahlreiche Einzelgags, die so überhaupt nicht zünden wollen. So sind die Anweisungen, wo genau der Schatz zu finden ist (dem seinerzeit verletzten Zustand Dotterbarts geschuldet), in der Form „stolpern, stolpern, hinfallen, stolpern“ usw. festgehalten. Was dann mehrere Gruppen (inklusive einer Gruppe Soldaten) nachzuempfinden versuchen. Na und? Überhaupt nicht witzig. Leider ist das der Eindruck, der sich bei den meisten Scherzen einstellt. Reine Blödelei ohne Sinn und Verstand, ohne Rhythmus, ohne Timing und vor Allem völlig ohne jegliches subversives Element, für das Autor Chapman eigentlich so bekannt war. Eine völlige Verschwendung des Personals.

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