Magere Zeiten - Der Film mit dem Schwein


Originaltitel:
A Private Function
Jahr:
1984
Eingetragen:
13.01.2012
IMDB-Wertung:
6,6/10

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Zwei Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges ist Nahrung in England immer noch rationiert. Der Schwarzmarkt für das begehrte Fleisch floriert: Vom Verkauf von bereits konfisziertem und wieder gestohlenem Fleisch bis hin zu Pferden wird alles ausprobiert. Es ist jedoch ein gnadenloser Fleischinspektor (Bill Paterson) unterwegs, der eine Schlachterei nach der anderen schließt. Nun steht die Hochzeit von Prinzessin Elisabeth an und die Dorfelite (Denholm Elliott, Richard Griffiths und John Normington) will zu diesem Anlass (natürlich aus letztlich eigennützigen Gründen) eine große repräsentative Feier veranstalten. Hierfür erwerben sie ein nicht registriertes Schwein, das als Luxusmahl zubereitet werden soll.

Gilbert Chilvers (Michael Palin) kann von solchen Problemen nur träumen. Er verdient sich sein Geld als Fußpfleger. Seine Frau Joyce (Maggie Smith) träumt dagegen von der Aufnahme in die „High Society“. Ihre Pläne scheinen Früchte zu tragen, als sie Gilbert überredet (um nicht zu sagen „anweist“), das Schwein zu stehlen: Ging es ihr ursprünglich nur darum, selbst ordentlich zu Essen zu haben (was an der Unfähigkeit der beiden scheitert, das Schwein zu schlachten), erkennt sie die Bedeutung des Tieres schnell. Während der Schlachter Douglas Nuttol (Pete Postlethwaite) bereits seine Messer wetzt, versucht sie das Meiste aus den Verhandlungen herauszuschlagen…

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Abgesehen von Kleinigkeiten, wie Judys bei ihr lebender, völlig vertrottelter Mutter (Liz Smith), nährt sich der Humor eher aus der im Rückblick absurden Situation. Nahrung, insbesondere Fleisch, bekommt durch die Limitierung einen bizarren Stellenwert. Doch wenn man genau hinschaut, sind es genauso andere scheinbar normale Dinge, die in der Situation plötzlich zu Luxusgütern und Statussymbolen werden. Womit die eigentlich gar nicht mal so stark überzeichneten Charaktere sehr unterschiedlich umgehen.

So ist es gar nicht mal die plakative Geschichte rund um das Schwein, sondern vielmehr die kleinen, leisen Momente, die einen zum Schmunzeln bringen. Etwa, wenn die Chilvers in ihrem Auto sitzen, obwohl es mangels Benzin in der Garage aufgebockt steht. Solche Dinge werden „wie nebenbei“ gezeigt. Das kann das Anschauen dann ganz lohnenswert machen.

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