Erik der Wikinger


Originaltitel:
Erik the Viking
Jahr:
1989
Eingetragen:
17.01.2012
IMDB-Wertung:
6,2/10

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Wikingerzeitvertreib
Erik (Tim Robbins) ist zu dem Schluss gekommen, dass sich der Lebensstil der Wikinger im Kreis drehe: Sie plündern, zerstören und vergewaltigen, nur um die nächste „Expedition“ (d.h. mehr Plündern, Zerstören und Vergewaltigen) finanzieren zu können. Und zwischendurch verprügelt man sich bei Saufgelagen gegenseitig. Sein Großvater (Mickey Rooney) ist Erik leider in dieser Sinnkrise keine große Hilfe. Die weise Freya (Eartha Kitt) weiß dagegen, dass man sich im Zeitalter Ragnarök befindet, das mit dem Ende der Welt enden werde. Man könne dies nur verhindern, wenn man die Götter wecke.

Tatsächlich kann Erik seine Mitstreiter (Tim McInnerny, Charles McKeown, John Gordon Sinclair, Richard Ridings) zu einer Expedition nach Asgard überreden. Auch der völlig erfolglose christliche Missionar Harald (Freddie Jones) und der Dorfschmied (Gary Cady) an. Letzterer allerdings nur aufgrund der Einflüsterung Lokis (Anthony Sher) des Inhalts, dass mit dem Ende des dunklen Zeitalters seine Geschäftsgrundlage verschwinden würde.

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Das Monster der Nordsee
Loki setzt außerdem den gnadenlosen Halfdan, den Schwarzen (John Cleese) auf Eriks Gruppe an. Auch dieser hat natürlich kein Interesse an einem Ende der permanenten Grausamkeit und Gewalt. Dieser Gefahr, sowie dem Drachen der Nordsee, dem Rand der Welt und einer Prophezeiung, die eine ganze Insel untergehen lässt, müssen sich Erik und seine Freunde auf ihrer Reise stellen…

Ein gut produzierter, inhaltlich jedoch leider unentschlossener Film von Terry Jones (der auch als König eines ekelhaft glücklichen Inselvolks im Film auftritt). Es fängt mit einigen köstlichen Szenen an: Die Zuschauer durch eine Vergewaltigungsszene zum Lachen zu bringen, ist schon hohe Kunst vom Feinsten! Wie das geht? Das Opfer zeigt keinerlei Leid oder Schmerz – im Gegenteil! Wie beispielsweise der schwarze Ritter in Die Ritter der Kokosnuss verhöhnt sie ihren Angreifer/Peiniger sogar noch. Apropos Ritter der Kokosnuss: Mit jenem Film teilt sich Erik das Synchronisationsschicksal der „dazuerfundenen“ Witze, die in der Originalfassung gar nicht vorkommen.

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Nein, die Insel geht nicht unter!
Nach dem hervorragenden ersten Drittel nimmt sich Erik jedoch zunehmend ernster. Der Humor ist nicht mehr inhärent mit der Geschichte verbunden; letztere gerät immer mehr auf die Schienen des klassischen Abenteuergenres, ohne in dessen Belangen Neues bieten zu können. Humor gibt es währenddessen auch noch, doch der ist nun abgekoppelt und wirkt dadurch aufgesetzt und ist inhaltlich konventionell (der „Unsichtbarkeitsumhang“…).

Als übergreifendes Küchentisch-philosophisches Thema lässt sich schließlich nur „man sieht immer das, was man sehen will (woran man glaubt)“ ausmachen. Die Wikinger sehen also ihre Götter und die sagenhaften Monster, Harald jedoch nicht. Der König sieht die Liebhaber seiner Tochter nicht. Etwas dünn, wenn man tief im Innern doch hofft, über die reine „Comedy“-Schiene hinaus ernstgenommen zu werden.

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