Ein einsamer Ort


Originaltitel:
In a Lonely Place
Jahr:
1950
Eingetragen:
13.02.2012
IMDB-Wertung:
8/10

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Schriftstellerisch tut Laurel „Dix“ gut
Dixon Steele (Humphrey Bogart), Drehbuchautor, befindet sich in einem bereits länger andauernden Karrieretief: Dank Schreibblockade hat er bereits seit Jahren nichts mehr abgeliefert. Die meisten Freundschaften wurden ihm aufgrund seiner jähzornigen Art bereits gekündigt. Davon weiß jedoch Garderobiere Mildred Atkinson (Martha Stewart) nichts, als sie zustimmt, dem immer noch berühmten Steele zu sich nach Hause zu begleiten, um ihm den Inhalt eines Romans, den er adaptieren soll, jedoch zu faul ist selbst zu lesen, zu erzählen. Am nächsten Morgen ist Mildred tot.

Steeles zynische Art, mit der Nachricht umzugehen, und sein mit kleineren Gewalttaten gefülltes Strafregister machen ihn sofort zum Hauptverdächtigen. Seine Nachbarin Laurel Gray (Gloria Grahame) hat Mildred jedoch lebendig das Haus verlassen sehen und entlastet ihn so. Zwischen den beiden entwickelt sich erst große Sympathie und dann auch Liebe. Doch die Polizei lässt nicht locker und angesichts einiger gewalttätiger Aussbrüche Steeles kann dann irgendwann auch Laurel ihren Restverdacht nicht mehr ausräumen: Vielleicht hat er ja doch seine Finger im Spiel gehabt bei Mildreds Ermordung? Die Liebe weicht langsam der Angst…

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Doch was ist das?
Als Kriminalfall darf man den Einsamen Ort nicht anschauen. Der andere Verdächtige taucht gerade mal eine halbe Minute lang überhaupt auf und die Auflösung kommt zwei Minuten vor dem Ende mit einem völlig unspektakulären Telefonanruf.

Als Drama rund um Bogarts Charakter und die Beziehung ist der Film mit Mut zur Tragik inszeniert. Eine Ebene fehlt jedoch erzählerisch wie dramaturgisch: Was Laurel überhaupt an „Dix“ findet, bleibt offen. Nicht nur ist er doppelt so alt wie sie, er wird auch ihr gegenüber nicht sonderlich liebevoll (vielleicht etwas „höflicher“ als gegenüber dem Rest der Welt) gezeigt. Anfangs könnte man meinen, sie habe aus Karrieregründen Interesse an ihm (sie ist eine arbeitslose Schauspielerin), jedoch wird dieser Ansatz nicht weiter verfolgt (bzw. sogar explizit verworfen). So bleibt der emotionale Eindruck der Geschehnisse eher flach.

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