Das Dorf der Verdammten


Originaltitel:
Village of the Damned
Jahr:
1960
Eingetragen:
29.02.2012
Bearbeitet:
01.09.2012
IMDB-Wertung:
7,3/10

In dem englischen Dorf Midwich werden plötzlich alle Menschen gleichzeitig ohnmächtig. Der mit seiner Militäreinheit herbeigeeilte Alan Bernard (Michael Gwynn) findet keine Erklärung. Doch genauso unverhofft, wie es gekommen ist, hört der Effekt wieder auf. Allerdings stellt sich heraus, dass alle Frauen des Dorfes im entsprechenden Alter schwanger sind. Was bei manchen Ehepaaren, wie Gordon (George Sanders) und Anthea Zellaby (Barbara Shelley) für Freude sorgt, ist für unverheiratete (gesellschaftlich-moralischer Schock!) und einige andere, die sich ihres Zustand nicht kausal erklären können, ein unerwartetes Problem. Doch es wird noch Seltsamer: Alle Babys werden am gleichen Tag geboren. Alle haben hellblondes, fast weißes Haar und seltsame blaue Augen.

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Ein ganzes Dorf unter Narkose

Der Sohn der Zellabys, David (Martin Stephens), kristallisiert sich als Anführer/Sprachrohr der vom Rest der Dorfjugend isolierten Kinder heraus. Die Kinder scheinen untereinander eine mentale Verbindung zu haben: Was einer lernt, wissen sofort alle. Darüber hinaus können sie die Gedanken „normaler“ Menschen lesen und sie auch kontrollieren. Wissenschaftler haben mittlerweile herausgefunden, dass es an mehreren Orten in aller Welt ähnliche Geburtsereignisse gegeben hat. In einer vom Innenminister (Richard Vernon) einberufenen Krisensitzung setzt sich Gordon Zellaby vorerst gegen den Vorschlag des Militärs (das die Kinder sofort einsperren will) durch: Ihm wird die Erziehung der Kinder anvertraut. Als die Kinder jedoch immer aggressiver werden, es Tote gibt und keine Kontrolle der immer mächtiger werdenden Gruppe mehr möglich scheint, formieren sich doch fackelbewehrte Lynchmobs…

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Dr. Zellaby versucht, zu den distanzierten Kindern durchzudringen

Zu Dorf der Verdammten gibt es wohl kaum etwas, was nicht schon gesagt wurde. Es handelt sich um einen der seltenen Filme, die tatsächlich all das Lob, das ihnen zugesprochen wird, uneingeschränkt verdienen! Da mögen die „Trickeffekte“ noch so übel sein (die leuchtenden Augen der Kinder sind offensichtlich einfach per Hand übermalte Standbilder, die Perücken sind teilweise sehr klar als solche zu erkennen und das abbrennende Haus am Ende ist allzu offensichtlich ein winziges Modell) – die Geschichte zerrt paranoide Grundinstinkte beim Zuschauer heraus, wie kaum ein anderer Film.

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David stellt sich dem Lynchmob

Ebenso wie die betroffenen Einwohner dieser fiktiven Welt, weiß man als Zuschauer eben lange nicht, was man von diesen Mutanten/Außerirdischen/? halten soll: Stellen sie einen neuen evolutionären Sprung in der Entwicklung der Menschheit dar oder unterwandern sie eben doch die geregelte bürgerliche Gesellschaft mit subversiven Absichten? Besonders schwierig wird es den Vertretern der althergebrachten Ordnung dadurch gemacht, dass dies ja nicht irgendwelche Kinder sind: Sie erscheinen immerhin ihre eigenen zu sein. Wobei der Titel des zugrundeliegenden Romans, in der aktuellsten Neuübersetzung Kuckuckskinder (The Midwich Cuckoos), da schon einen deutlicheren Hinweis gibt.

Apropos Kinder: Normalerweise ist das Auftreten altkluger Kinder in Filmen ein automatischer Kritikpunkt. Im Dorf der Verdammten ergibt das völlig nicht-kindliche Verhalten Sinn; es ist stilistisch und handlungstechnisch essentiell und athmosphärisch ebenso förderlich, wie die das langsame Schreiten der Kinder im Gänsemarsch (was allerdings noch effektiver wäre, sähen die Kinder tatsächlich gleich oder zumindest ähnlich aus), die starren Gesichter usw. Alles durchdacht.

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