Das Geheimnis der grünen Stecknadel


Originaltitel:
Cosa avete fatto a Solange?
Jahr:
1972
Eingetragen:
22.03.2012
Bearbeitet:
24.03.2012
IMDB-Wertung:
7/10

Während Enrico (Fabio Testi), verheirateter Lehrer und Frauenheld, sich gerade mit einer seiner Schülerinnen, Elisabeth (Christina Galbó), in einem blickgeschützten Ruderboot rummacht, glaubt sie, einen Mord am Ufer zu sehen. Er sieht darin erstmal nur einen Vorwand, keinen Sex zu haben („Immer das gleiche mit euch Mädchen vom College“), denn dort ist natürlich nach Rückkehr nichts zu sehen. Doch natürlich hatte sie Recht: Das Opfer war sogar eine ihrer Mitschülerinnen.

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In der italienischen Fassung wird das unnötig explizit – als ob man es nicht so verstünde!

Obwohl Enrico Elisabeth einbleut, sie dürfe niemandem etwas verraten, bekommt Inspektor Barth (Joachim Fuchsberger) schnell genug heraus, dass es Zeugen gab und wer diese sind. Doch auch er kann nicht verhindern, dass Mitschülerin Janet (Pilar Castel) auf gleiche Weise gemeuchelt wird. Elisabeth fällt daraufhin immerhin ein, dass der Mörder eine Priesterrobe trug und einen langen Bart hatte. Diese Aussage tut ihr persönlich jedoch nicht gut, denn als nächstes trifft es sie, während sie gerade im von Enrico angemieteten Liebesnest ein Bad nimmt.

Enrico selbst macht sich nun auch Gedanken: Er entdeckt, dass alle Opfer einer Clique angehörten, die in teilweise wilde Sexparties verwickelt war. Und die nun noch verbliebenen Mitglieder hüten ein Geheimnis, dass sich um eine gleichaltrige Schülerin einer anderen Schule dreht: Solange (Camille Keaton).

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Sportlehrer Enrico informiert die „Studentinnen“

Der „deutsche Anteil“ (neben der Besetzung Joachim Fuchsbergers und zwei anderen Darstellern), der hier noch auf Edgar Wallace hindeuten soll, ist wohl die grüne Stecknadel, die alle Opfer trugen. Jedoch ist dies im Gesamtkontext der Handlung ein reines aufgesetztes Gimmick, das auch schnell wieder vergessen ist.

Völlig unlogisch ist diese Umklassifizierung für den deutschen Markt dabei gar nicht mal: Das italienische Thrillergenre hat den deutschen Wallace-Krimis initial einiges zu verdanken. Doch gingen sie sehr schnell thematisch wie auch stilistisch darüber hinaus – und Das Geheimnis der grünen Stecknadel (oder eben „Solange“) zeigt eben in beiden Belangen seine Zugehörigkeit zu jenem modernerem Genre.

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Die deutsche Minderheit (links: Karin Baal) will Einiges wissen

So geht es nicht um organisiertes Verbrechen und auch die Erzählung ist nicht von der Ermittlung Scotland Yards geprägt. Das in der deutschen Fassung als „College“ verbrähmte Etablissement ist allzu offensichtlich einfach eine katholische Mädchenschule (teilweise ist auch von „Studentinnen“ die Rede, was jedoch ebenfalls völlig falsche Konnotationen weckt – „Oberstufenschülerinnen“ träfe es). Und es geht letztlich um katholisch-verklemmte Sexualmoral, die mal wieder brutale Katalyse findet. Wenn überhaupt, dann sind thematisch also Filme wie Don't Torture a Duckling oder, wenn das Eingeständnis auch schwer fällt, Strip for the Killer der richtige Vergleichsmaßstab.

Und in diesem Kontext schlägt sich Solange gar nicht mal schlecht: Graue Moralschichten, wohin man blickt, zwiespältig-zweifelhafte Charaktere und am schlechtesten kommt natürlich die „herrschende Ordnung“ weg. Das will man sehen!

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