Blutige Seide


Originaltitel:
Sei donne per l'assassino
Alternativtitel:
Blood and Black Lace
Jahr:
1964
Eingetragen:
28.03.2012
IMDB-Wertung:
7,3/10

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Model Isabella (Francesca Ungaro) wird in der Nähe ihres Arbeitsplatzes, des Modeateliers der Contessa Cristina Como (Eva Bartok), ermordet. Von einer Person „ohne Gesicht“, wie ein Zeuge es ausdrückt: Der Täter trug eine Stoffmaske. Kollegin Nicole (Ariana Gorini) findet durch Zufall Isabellas Tagebuch – doch bevor sie es der Polizei übergeben kann, ist es auch schon wieder gestohlen; verdächtig ist so ziemlich jeder, denn alle zeigten gesteigertes Interesse an dem Buch. Die meisten wohl aus Selbstschutz, da sie ihre eigenen Geheimnisse nicht ausgeplaudert sehen wollen. So auch Peggy (Mary Arden), die es entwendet hat und dadurch zum dritten Opfer wird – denn auch der Mörder ist hinter dieser scheinbar unendlichen Informationsquelle her. Inspektor Silvester (Thomas Reiner) wird das zu bunt: Er nimmt sämtliche Männer aus dem Umfeld des Ateliers (Cameron Mitchell, Dante DiPaolo und Luciano Pigozzi) vorerst in Haft. Was jedoch den nächsten Mord trotzdem nicht verhindert…

Die deutsche Edgar Wallace-Welle schwappt nach Italien: Ein Geheimnis, das mit allen Mitteln unterdrückt werden muss und so zu einer Mordserie führt, massenhaft zweifelhafte Charaktere, Drogen und ein optisch auffällig gestalteter Täter. Dass all dies, insbesondere der schwarz gekleidete Mörder, dann eine solche italienische Eigendynamik entwickeln und bis zum Cliché ausgereizt (und schließlich überreizt) werden würde, konnte man Mitte der 60er Jahre noch nicht ahnen.

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Dass er hiermit ein eigenes Genre begründen würde, ahnte Regisseur Mario Bava also wahrscheinlich noch nicht. Doch im Rückblick sind die vielimitierten Stilmittel unverkennbar: Ausführlichen Wert wird auf die Ausgestaltung der Morde anstatt der polizeilichen Untersuchung gelegt, die Opfer sind vorzugsweise junge Frauen, das Umfeld ist hochklassig-gepflegt…

So hat Blutige Seide sicherlich über die Jahre einiges an seiner ursprünglichen Kraft allein dadurch verloren, dass so vieles wie ein reines Cliché wirkt. Doch unbestreitbar ist, dass die Umsetzung Bavas den Film trotzdem weiterhin sehenswert macht. Der Mann hatte einfach ein sehr gutes Auge für Farben, Schatten und Perspektiven, das sich auch hier in zahlreichen interessanten Einstellungen wiederholt zeigt. Und die meisten der deutschen Vorbilder werden eh locker übertroffen.

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