Der New York Ripper


Originaltitel:
Lo squartatore di New York
Jahr:
1982
Eingetragen:
30.03.2012
IMDB-Wertung:
6,4/10

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Eben noch auf der Showbühne, jetzt schon tot
Eine brutale Frauenmordserie hält den desillusionierten Detective Williams (Jack Hedley) auf den Beinen. Für verantwortlich erklärt sich telefonisch eine Person, deren Gerede und Stimmlage an disneyhaftes Entengeschnatter erinnert. Williams bittet den Psychologen Dr. Paul Davis (Paolo Malco) um Unterstützung. Doch das Töten geht weiter, bis schließlich ein Opfer (Almanta Suska) den Angriff des Killers überlebt. Es handele sich um einen Mann, dem an der rechten Hand zwei Finger fehlen. Da gibt es einen recht eindeutigen, der Polizei bekannten Kandidaten (Howard Ross)…

Der New York Ripper ist abgesehen von der Zombie-Reihe wohl der bekannteste Film Lucio Fulcis. Doch wofür ist er eigentlich bekannt? Gewalt- und Ekelexzesse jenseits jeglicher Grenzen! Die Mordopfer bekommen kaum bis überhaupt keine Persönlichkeit zugestanden (wenn man mal von dieser völlig ins Nichts führenden, völlig platt plakativen einen kleinen Geschichte um die „Sextonbänder“ absieht), der Ermittler ist ein reines Cliché und die Motivation, die dem Täter am Ende zugeschrieben wird, ist einfach nur lachhaft billig (und in dem Versuch, das ganze als „tragisch“ darzustellen, ein extremst peinlicher Anlass zum Fremdschämen).

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Bei der Drohung bleibt es natürlich nicht
In Ermangelung einer ernstzunehmenden oder zumindest unterhaltsamen Handlung hangelt man sich stattdessen von einer Ekelszene zur nächsten. Kübelweise spritzenden Blutes sind da noch gar nichts; nein, man muss selbstverständlich im Detail genauestens Zeigen, wie der Killer einem seiner Opfer die Rasierklinge durchs Gesicht (inklusive Aufapfel) zieht usw. Spannung kommt dabei selten bis nie auf, da einem die Personen aus den genannten Gründen eben gleichgültig und auch sonstwie keine Entwicklungen festzustellen sind. In den seltenen Fällen, in denen überhaupt mal versucht wird, so etwas wie „Suspense“ zu benutzen, bleiben die Versuche ebenfalls billig und effekthascherisch; so beispielsweise, wenn eines der Opfer (Alexandra Delli Colli) im Radio eine Beschreibung des Verdächtigen hört und ihr klar wird, dass diese exakt auf den ihr mehr oder weniger fremden Mann zutrifft, der neben ihr im Bett liegt und schläft – nur, dass sie gefesselt ist, also nicht einfach verschwinden kann.

Die Zielgruppe dürfte also klar sein: Hier wird rein die Faszination mit Gewalt angesprochen. Das hat nichts mehr mit „kompromissloser Darstellung“ oder „Stilisierung“ zu tun, sondern fällt rein in den sogenannten „Gore“-Bereich. Einen entsprechend starken Magen braucht man und selbst dann darf man keinesfalls irgendwelche anderen Qualitäten erwarten. Also kann man wirklich nur abraten.

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