Lucky Luke


Originaltitel:
Lucky Luke
Jahr:
2009
Eingetragen:
30.04.2012
Bearbeitet:
01.05.2012
IMDB-Wertung:
4,7/10

Daisy Town soll der Knotenpunkt werden, an dem sich die Bahnschienen von Ost- und Westküste treffen. Der US-Präsident (André Oumansky) sieht in der Fertigstellung dieser Verbindung den Schlüssel für seinen erneuten Wahlsieg. Allerdings ist Daisy Town ein Ort der Gesetzlosigkeit. John „Lucky“ Luke (Jean Dujardin), der dort aufgewachsen ist, bevor er zum „einsamen Cowboy“ wurde, soll aufräumen.

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Rückkehr nach Daisy Town

So gerät er mit Pat Poker (Daniel Prévost) und Billy the Kid (Michaël Youn) aneinander. Es scheint gut zu laufen, doch dann verlässt Luke anscheinend seine legendäre Treffsicherheit mit dem Colt: In einem Duell schießt er Poker nicht etwa seine Waffe aus der Hand, sondern sein Gegenüber sackt tot in sich zusammen!

Damit hat Luke seinen eigenen Moralkodex verletzt. Er will nun ein ruhiges, gewaltloses Leben als Farmer führen. Doch zahlreiche Banditen haben natürlich noch eine Rechnung mit ihm offen, darunter Jesse James (Melvil Poupaud) und Phil Defer (Claudio Weppler). Immerhin Calamity Jane (Sylvie Testud) und Saloonsängerin Belle (Alexandra Lamy) stehen ihm zur Seite und retten ihn vorerst vor dem Lynchmob. Doch es scheint klar: Im Westen wird Luke ohne seinen Colt nicht lange überleben. Gouverneur Cooper (Jean-François Balmer) will ihm für seine Verdienste die Ausreise nach Europa finanzieren. Doch dann stellt sich heraus, dass hinter all dem ein perfider Plan steckt…

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Belle arbeitet in Pat Pokers Saloon nicht primär wegen ihrer dürftigen Sangeskünste

Die Figur Lucky Luke ist über die Jahrzehnte ja immer mehr zum unbesiegbaren Superhelden geworden. Und wie es nun mal so ist in diesem Genre, ist es schwierig, mit einer solchen Figur überhaupt sinnvolle Geschichten zu schreiben, denn welcher Konflikt könnte (im Rahmen der üblichen Themen) schon auftreten, der nicht sofort mit einem Schuss oder Schlag zu lösen wäre?

Ebenso wie Superman Anfang der 90er ins selbstauferlegte „Exil“ musste, weil er sich nicht anders zu helfen wusste, als entgegen seiner eigenen Überzeugungen drei Bösewichte umzubringen und auch He-Man in einer Folge seines 80er-Jahre-Cartoons – nachdem versehentlich ein Mensch durch ihn umgekommen war – seinem Zauberschwert vorübergehend abschwor, wird nun also Lucky Luke der gleichen Behandlung unterzogen.

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Duell!

Das Problem dabei ist, dass Lucky Luke hierzu ein „tragisches Kindheitstrauma“ verpasst bekommt, das einfach nur aufgesetzt wirkt. Ebenso ist das all das Hin und Her, als Luke „schmollt“, einfach nur extremst langweilig. Das soll dann wohl durch das besonders bunte und pseudospektakuläre Ende ausgeglichen werden, doch auch diese Szenen wirken deplatziert, da eben übertrieben.

Einige Figuren, insbesondere Billy the Kid und Jesse James, die in einer Wendung, die wohl auch dem Erfinder Morris gefallen hätte, plötzlich widerwillig zu Sheriffs werden, sind dagegen sogar gut getroffen. Lukes mehr als naive und unbeholfene Interaktionen mit Belle erinnern an solche Geschichten wie Die Verlobte von Lucky Luke. Und Hauptdarsteller Dujardin macht seine Sache auch gar nicht mal so schlecht.

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„John“ Luke verbündet sich mit Gangstern

Doch das Gesamtbild können diese kleinen Versatzstücke eben nicht retten: Wenn man einen solchen Kunstgriff, das Gewissen eines übermoralischen Superhelden anzugreifen, versucht, dann muss man den Mittelteil auch interessant füllen. Bei He-Man war das allein aufgrund der Kürze der Folgen der Serie unproblematisch. Superman musste in dieser Phase versklavt in intergalaktischen, actionreichen Gladiatorenkämpfen antreten. Hier passiert einfach überhaupt nichts. Und einem wird klar: Lucky Luke braucht all diesen Kram nicht! Seine Geschichten leben von Action (den es hier nur am Anfang und Ende gibt) und Anspielungen aufs Westerngenre. Letzteres ist hier umgedreht: Ein Film, der sich auf Comics, die wiederum auf Filme verweisen, bezieht. Eine Metaebene, die dermaßen indirekt und so weit entfernt von irgendwelchem Quellmaterial ist, dass es wirklich nicht mehr zu empfehlen ist.

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