Planet der Affen


Originaltitel:
Planet of the Apes
Jahr:
1968
Eingetragen:
05.05.2012
IMDB-Wertung:
8/10

Was die Handlung von Planet der Affen ist, braucht man eigentlich wohl kaum mehr zu beschreiben: Astronaut Taylor (Charlton Heston) landet auf einem fremden Planeten, auf dem sprechende Affen die dominante Spezies sind und stumme Menschen eher parasitären Status haben und gejagt werden. Die beiden Schimpansenwissenschaftler Zira (Kim Hunter) und Cornelius (Roddy McDowall) helfen Taylor bei der Flucht, da ein sprechender Mensch von höchster Stelle, dem „Bewahrer des Glaubens“ Dr. Zaius (Maurice Evans), als Gefahr für die Gesellschaft gesehen wird.

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Zur Erinnerung, dass dies ins Science-Fiction-Genre fällt

Häufig wird der Film als Beginn des modernen Science-Fiction-Genres gesehen: selbstreflektiv bezüglich der eigenen Gesellschaft. Die Themen sind die der damals aufkommenden US-Bürgerrechtsbewegung, primär Rassismus, aber auch die Rebellion der Jugend, die (sehr vorsichtig und brav) in der Gestalt des Lucius (Lou Wagner) zur Sprache kommt. So fragt Taylor ihn gegen Ende, wie er sich fühle: „Desillusioniert. Man kann der älteren Generation nicht trauen.“ Eine Erkenntnis, die Taylor mit einem halbironischen Lächeln gutheißt. Zuguterletzt kommt dann, wie allseits bekannt, noch Angst vor dem Ausbruch eines atomar geführten Krieges hinzu.

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Gorillas posieren zum Erinnerungsfoto nach erfolgreicher Jagd

Doch so aktuell die Themen auch in der Entstehungszeit gewesen sein mögen (und so wenig zeitlos sie teilweise sind), so unglaublich konservativ (oder eben „klassisch“) sind die eingesetzten Stilmittel, um diese Geschichte zu erzählen. Astronaut landet auf technologisch unterentwickeltem Planeten, auf dem dann genau das passiert, was vor Aufkommen des Science-Fiction-Genres eben Inhalt des Abenteuerromans war – bis hin zur heroischen Rettung einer „Damsel in Distress“ (Linda Harrison) durch den strahlenden Helden. Für Stirnrunzeln sorgt dabei erstmal der krude Technologiestand der Affengesellschaft: Sie reiten auf Pferden, benutzen sehr simple Holzwagen zum Transport und ihre Behausungen sind ebenfalls sehr simpel. Andererseits haben sie immerhin halbautomatische Gewehre und Photoapparate. Implizit erklärt sich dieses scheinbare Durcheinander immerhin am Ende.

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Zaius und Zira begutachten Taylor

Das alles ist natürlich „abenteuerlich“ genug inszeniert, um absolut kurzweilig zu wirken. Aus dem simplen Schwarz/Weiß-Schema sticht allerdings nur eine einzige Figur ein wenig heraus: Dr. Zaius weiß, wie sich langsam herausstellt, viel mehr über die düstere Vergangenheit (und damit, dass der Glaube, den er predigt, falsch ist), als er zugibt. Er ist jedoch davon überzeugt, dass dieses Wissen der Gesellschaft nur schaden könne. Dies kann man im Sinne einer Religionskritik im Allgemeinen interpretieren, aber noch grundlegender ist es genau das, was in Platons Höhlengleichnis diskutiert wird; dass Zaius ein „Bösewicht“ ist, ist nicht so klar – denn schließlich könnte er durchaus Recht haben bezüglich der Instabilität seiner eigenen Gesellschaft und immerhin seine Thesen über die Natur der Menschen werden schließlich im Nachfolgefilm (Rückkehr zum Planet der Affen) bestätigt…

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