Rückkehr zum Planet der Affen


Originaltitel:
Beneath the Planet of the Apes
Jahr:
1970
Eingetragen:
05.05.2012
Bearbeitet:
10.05.2012
IMDB-Wertung:
6,1/10

Wenn jemals ein Film trotz offenem Ende keine Fortsetzung brauchte, dann war es Planet der Affen. Doch das Geld rief und so ging es doch weiter. Das Resultat ist ein erzählerisch wie stilistisch uneinheitliches Gemisch. Es beginnt mit dem Erdastronauten Brent (James Franciscus), der auf der Suche nach seinem Kollegen Taylor (Charlton Heston) auf den gleichen Kurs in den Weltraum geschickt wurde. Logischerweise landet er also ebenfalls auf dem „Planeten der Affen“, wo er sofort auf Nova (Linda Harrison), Taylors menschliche, aber stumme Gefährtin trifft. Taylor selbst ist verschwunden.

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Das kommt uns doch bekannt vor?

Hier zeigt sich ein erstes erzählerisches Problem: Den Zuschauern wurde bereits gezeigt, wie Taylor nach dem Ende des ersten Films mit Nova unterwegs war, wie er eine Entdeckung machte und wie er mysteriös verschwand. Brent weiß davon jedoch überhaupt nichts. Nova bringt ihn, einem (ebenfalls unbekannten) Ratschlag Taylors folgend in die Stadt der Affen, wo sich dann praktisch exakt die gleiche Geschichte zwischen dem „sprechenden Menschen“, den ihm freundlich gesinnten Wissenschaftlern Zira (Kim Hunter) und Cornelius (David Watson) sowie den menschenfeindlichen Affen entwickelt, wie sie schon Heston durchleben musste.

Die ersten 50 Minuten bekommt man also wirklich überhaupt nichts Neues zu sehen – langweilig. Dann schlägt allerdings eine Machtverschiebung innerhalb der Affengesellschaft (seltsam, schließlich sind seit dem ersten Teil nur wenige Tage vergangen) durch: Die militaristischen Gorillas unter der Führung General Ursus' (James Gregory) haben an Einfluss gewonnen und planen die „Wiedereroberung“ der „verbotenen Zone“. Religionsoberhaupt Dr. Zaius (Maurice Evans) hält davon überhaupt nichts, lässt sich jedoch aus politischen Gründen ebenfalls für den Plan einspannen.

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Ausflug in die U-Bahn

Und auch Brent und Nova sind auf dem Weg in diese Richtung (in der auch Taylor verschwunden ist). Sie entdecken eine alte U-Bahn-Station – und noch tiefer in den Katakomben leben tatsächlich noch Menschen! Nicht die stummen Menschen der Oberfläche, sondern technologisch hochentwickelte „Restbestände“ der früheren menschlichen Zivilisation. Diese verstrahlten Mutanten haben telepathische Kräfte entwickelt, die so stark sind, dass sie anderen ihren Willen aufzwingen oder Schreckensbilder zur Abschreckung einspeisen können. So haben sie sich bislang die Affen vom Leibe gehalten. Und sie sind kultisch organisiert: Als Gottessymbol dient dem Oberpriester Mendez (Paul Richards) eine Atomrakete mit dem Sprengpotential, die gesamte Erde zu vernichten. Die Affenarmee nähert sich trotz Protesten der Friedensbewegung…

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Heilige Messe für die heilige Bombe

Man kann wirklich nicht genug betonen, wie unoriginell die erste Hälfte des Films ist. Doch nicht nur das – was im ersten Teil bereits anklang, wird in diesem Teil zum zentralen Inhalt: Persönlichkeitsmerkmal der Affen werden rein nach „Rassenzugehörigkeit“ definiert. Schimpansen sind nachdenkliche Wissenschaftler, Gorillas sind brutale Militaristen usw. Solche platten Einteilungen wirken in einem Film, der sich versucht gegen Rassismus auszusprechen, deplatziert. Einigermaßen interessant wird es dann immerhin, wenn die menschlichen Mutanten auftauchen. Doch allzu tief darf man dort dann auch nicht an der Fassade kratzen. Letztlich dienen diese Szenen auch nur dazu, erstmal noch Zeit zu füllen und dann auf das mehr als düstere Ende hinzuarbeiten.

So bleibt Rückkehr zum Planet der Affen Stückwerk, das zwar einigermaßen unterhaltsam ist, jedoch keine entscheidende eigene Vision entwickelt. Die intendierten Aussagen mögen weiterhin sympatisch sein, jedoch fügt dieser Teil diesbezüglich seinem Vorgänger nichts hinzu.

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